StartAmputation & ProthetikSchuhe und Prothesen

Schuhe und Prothesen

Welche Schuhe kann ich mit Bein- oder Fußprothese tragen?

Grundsätzlich kann man mit Beinprothese Standardschuhe kaufen. Wichtig ist aber, dass die Schuhe die Funktion des Fußes nicht allzu sehr negativ beeinflussen. Die Orthopädietechniker:innen stellen beim Aufbau der Prothese eine mehr oder weniger fixe Absatzhöhe ein. Ändert sich diese beim Kauf von neuen Schuhen, kann es zu Problemen, wie etwa einem instabilen Prothesenknie, kommen. Mittlerweile gibt es jedoch bereits Prothesenfüße, die per Knopfdruck an verschiedene Absatzhöhen angepasst werden können bzw. sich selbst adaptieren.

Die meisten Beinamputierten werden wohl mit eher flachem Schuhwerk besser zurechtkommen. Dämpfende und flexible Sohlen, wie zum Beispiel bei Sneakern und den meisten Sportschuhen, unterstützen den Gang mit dem Prothesenfuß besser als Schuhe mit harten Leder- oder Holzsohlen.

Gibt es den richtigen Schuh zur Beinprothese?

Zwei graue Sportschuhe werden in die Luft geworfen, darunter ist eine Hand zu sehen.

Die meisten modernen Bein- oder Fußprothesen ermöglichen ein nahezu normales Gangbild. Aufbau und Materialien sind so weit entwickelt, dass die Technik größtmögliche Unterstützung bietet. Aber natürlich kann (noch) keine Prothese einen menschlichen Fuß hinsichtlich des muskulären Aufbaus und der Fähigkeiten ersetzen – ganz zu schweigen von Gefühl und Wahrnehmung. Wie sieht es daher mit dem Schuhwerk aus? Wie bereits erwähnt, spielt die Anpassung der Prothese eine große Rolle. Um sicher und stabil gehen zu können, sollte man unter anderem auf eine gute Passform und den richtigen Aufbau des Schuhs achten. Er sollte sich einfach an- und ausziehen lassen und den Fuß gut stützen. Das hilft, unnatürliche Bewegungen zu vermeiden, und beugt Rücken- sowie Nackenschmerzen vor.

Welche Kriterien sind zu beachten?

  • für einen leichten Einstieg sollte der Schuh idealerweise eine große Öffnung aufweisen
  • eine an der Schuhzunge befestigte Schlaufe erleichtert zusätzlich das Anziehen
  • ein Schnürsystem für flexible Anpassung der Weite
  • wenn nötig: ein Einhandverschluss, wie zum Beispiel Klettverschluss
  • geringes Gewicht und hochwertiges Material des Schuhwerks
  • rutschfeste Sohle und mit guter Bodenhaftung

Der letzte Punkt ist beachtenswert, da durch den Prothesenfuß die Wahrnehmung von Unebenheiten oder rutschigem Untergrund eingeschränkt ist.
Natürlich spielt auch das Gewicht des Schuhs eine Rolle. Je schwerer der Schuh, desto größer sind auch die Fliehkräfte beim Durchschwingen. Idealerweise sollte er daher maximal 500 Gramm bei Schuhgröße 42 wiegen, bei kleineren Größen entsprechend weniger.
Auch das Material ist für einen gewissen Tragekomfort wichtig. Es sollte hochwertig sein, damit ein gutes Innenschuhklima herrscht. Somit fühlen sich die Füße (inklusive Prothesenfuß) wohl und stehen einer Dauerbelastung gerüstet entgegen. Leder oder andere atmungsaktive Textilien bieten hier viele Vorteile.

Eine Reihe von verschiedenfarbigen Lederschuhen.

Gibt es spezielle Prothesenschuhe?

Im Handel werden gesondert orthopädische Schuhe oder Schuhe für Prothesenträger:innen angeboten. Sie sind in vielen Sanitätshäusern oder im Internet erhältlich. Bei diesen Modellen wird besonders auf das Abrollverhalten geachtet. Viele der Schuhe sind daher mit einer Mittelfußstütze und einer breiteren Sohle ausgestattet, um Stabilität und einen kontrollierten Bewegungsablauf zu ermöglichen. Auch eine leicht rückversetzte Ballenrolle sorgt für Sicherheit beim Gehen. Ebenfalls wichtig ist eine gute Stoßdämpfung, die durch entsprechende Dämpfungselemente sowie eine abgeschrägte Fersenpartie erreicht werden kann.

Gut zu wissen

Die Kosten geeigneter Schuhe für Prothesenträger:innen werden meistens nicht von den Krankenkassen übernommen. Selbst medizinisches Schuhwerk ist kein (eingetragenes) Hilfsmittel. Nur sehr selten erkennt die Berufsgenossenschaft die Schuhe als Therapiemittel an und trägt die Kosten.

DAS FAZIT

Medizinische Schuhe bieten eine Reihe von Vorteilen, wie beispielsweise eine erhöhte Stabilität und Unterstützung des natürlichen Gangbildes. Zudem können sie den Rücken und Nacken entlasten.
Aber wie sieht es mit der modischen Komponente aus? Meistens liegt der Fokus der Hersteller mehr auf der Funktion als auf dem Aussehen. Natürlich gehen da die Meinungen und Geschmäcke auseinander.
Sehr viele Prothesennutzer:innen tragen eher das, was gerade angesagt ist bzw. persönlich gefällt. Und was nicht zwingend schlechter zur Prothesenversorgung passt. Letzten Endes zählt nämlich auch, was selbst zu einem passt und worin man sich sicher und wohlfühlt.

 

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