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StartMobilitätVelorouten – schnell mit dem Rad von A nach B

Velorouten – schnell mit dem Rad von A nach B

Im Stadt-Umland-Verkehr bieten Radschnellverbindungen, auch Velorouten genannt, die Chance, sicher und schnell zum Ziel zu kommen. Dazu kommt: wer oft mit dem Fahrrad fährt, tut etwas Gutes für seine Gesundheit, indem er sich an der frischen Luft bewegt. Außerdem werden bei weitreichender Nutzung von Radwegen die Stadtgebiete hinsichtlich Verkehrslärm, CO² und weiterer Luftschadstoffe, Parkflächen und Staus entlastet.

Viele Wege werden bereits mit dem Rad zurückgelegt

Insgesamt legte die Bevölkerung im Jahr 2020 in Deutschland mit ihren 79,1 Millionen Fahrrädern, davon 7,1 Millionen E-Bikes, ca. 12,6 Prozent aller Wege im Personenverkehr zurück.

Der häufigste Anreiz für das Fahrradpendeln sind besser ausgebaute Radwege. Immerhin fuhren 51 Prozent der Befragten mit dem Fahrrad zur Arbeit oder Fortbildungsstätte, 58 Prozent zur Schule, Universität oder Ausbildungsstätte und 44 Prozent zu Freizeitaktivitäten.

Wer hat’s erfunden? Die Niederlande!

Ursprünglich stammt die Idee, Radschnellverbindungen aufzubauen, aus den Niederlanden, wo es schon in den 80er-Jahren die ersten kommunalen Radschnellwege gab. Der Fokus lag zunächst vor allem auf Strecken von bis zu 15 Kilometern. Heute wird ein landesweites Radschnellwegenetz mit einheitlichen Standards angestrebt. Die Ausbaustandards sind in den Niederlanden, Belgien und Dänemark ähnlich – mit vorwiegend autofreier Führung, drei Meter Breite, zweispurig befahrbar, befestigt, beleuchtet und einheitlich gestaltet mit einer kontinuierlichen Wegweisung.

„eRadschnellweg Göttingen“ – erste deutsche Veloroute

Die erste in Deutschland eröffnete innerstädtische Veloroute ist der „eRadschnellweg Göttingen“. Der Zweirichtungsradweg ist vier Meter breit und weist ein sehr starkes Entwicklungspotenzial auf. Dazu lieferte eine im Jahr 2000 von der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zu Radschnellwegen Antworten zu den Fragen, wo und in welcher Form in Göttingen und Umland eine solche Strecke entstehen sollte. Deshalb wurde in den Jahren 2013 bis 2015 zwischen Bahnhof und universitären Einrichtungen eine vier Kilometer lange innerstädtische Trasse realisiert, um vor allem Berufspendlern ein gutes Angebot zum Umsteigen auf das Fahrrad anzubieten. Parallel dazu bietet die Universität ein umfangreiches Feldtestprogramm mit Leih-Pedelecs inklusive Ladeinfrastruktur an, um neue Nutzerkreise in der Bevölkerung zu erschließen. Im Jahr 2018 wurde mit dem Ausbau eines weiteren Abschnitts vom Bahnhof nach Rosdorf begonnen.

Ausbau von Radwegen eine Investition in die Zukunft

Der Bau innerstädtischer Radschnellwege erfordert große Investitionen und Anstrengungen, kann aber durch intensive Nutzung zu mehr Lebensqualität und zu einer Reduzierung des CO²-Ausstoßes führen – ein Beitrag zu einem besseren Klima.

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