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StartSportParaGym: Fitness-App für querschnittgelähmte Menschen

ParaGym: Fitness-App für querschnittgelähmte Menschen

Fitnesstracker und Trainings-Apps boomen. Sie messen die Vitalparameter der Trainierenden, steuern das Training, motivieren die Sportler*innen. Doch Fitnessbegeisterte mit einer Querschnittlähmung können aktuell nur bedingt davon profitieren, denn die meisten Angebote entsprechen nicht den Anforderungen von querschnittgelähmten Menschen.

App im Rahmen eines Projektes entwickelt

Ein Forschungsprojekt, an dem die Abteilung „Präventive und rehabilitative Sport- und Leistungsmedizin“ des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln beteiligt ist, möchte das ändern. Das Ziel ist, einen virtuellen, interaktiven Fitnesscoach für querschnittgelähmte Menschen zu entwickeln, genannt ParaGym.

Querschnittgelähmte haben Angst vor Fehlern beim Training

Ca. 140.000 Menschen haben in Deutschland eine Querschnittlähmung, ein Teil ihres Körpers ist aufgrund einer Rückenmarksverletzung gelähmt. Unterschieden werden Querschnittlähmungen nach der Höhe des Rückenmarkschadens. Etwa zwei Drittel sind Paraplegiker*innen, bei ihnen sind die Beine von der Lähmung betroffen, während die Funktionen der oberen Extremitäten nicht eingeschränkt sind. Studien zeigen, dass Paraplegiker*innen deutlich seltener sportlich aktiv sind als Menschen ohne Behinderung. Das hat nicht nur mit strukturellen Hindernissen zu tun, sondern liegt häufig auch in der Sorge begründet, beim Training etwas falsch zu machen. Genau hier setzt ParaGym (vorheriger Projektname: FIT-IN³) an.

App wird zum Personal Trainer

Auf dem farbigen Foto ist eine Frau im sportlichen Outfit im Rollstuhl zusehen, die ein Gummiband seitlich mit beiden Armen auf Schulterhöhe hochzieht. Das Gummiband verläuft unter dem Trittbrett Ihres Rolli entlang. Neben ihr steht eine Hantel (Kettlebell).

„ParaGym ist ein innovativer und intelligenter Fitnesscoach, der querschnittgelähmten Menschen erstmals ein individuelles, eigenständiges Training ermöglichen soll. Das Projekt besteht aus einer Fitness-App für Smartphones, einer dazugehörigen Server-Anwendung zur Datenanalyse und einem neuartigen Sensorshirt“, fasst Janika Bolz zusammen, die an der Sporthochschule das Verbundprojekt gemeinsam mit Institutsleiter Univ.-Prof. Hans-Georg Predel koordiniert. Drei weitere Partner sind beteiligt: die Kernwerk GmbH – Technologieanbieter und Verbundkoordinator –, das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) und die ITP GmbH – Gesellschaft für Intelligente Textile Produkte. Die Deutsche Sporthochschule Köln ist in erster Linie für die sportwissenschaftliche Expertise zuständig, hat ein Gesundheitskonzept und einen Übungskatalog entwickelt. Das Projekt läuft nun seit einem Jahr und hat schon gute Erfolge zu verzeichnen. Im Herbst stehen die ersten Praxistests mit Proband*innen an.

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