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Kurzfilmfestival Detmold macht Filme für alle erlebbar

Schön, herzzerreißend, erforschend, komödiantisch, experimentell – Geschichten sind überall und für jeden in der Atmosphäre. Aus Geschichten kann Kunst werden. Ein Kurzfilm zum Beispiel. Er hat keine Zeit für Füllmaterial, keine Zeit, um zu täuschen oder zu illusionieren. Er ist ehrlich. Und das mag Levent Arslan als Gründer des Internationalen Kurzfilmfestivals (ISFF) Detmold.

Barrierefreiheit

Seit nunmehr 18 Jahren geht es in der Residenzstadt über die Bühne – und seit zwei Jahren komplett barrierefrei. „Jeder, wirklich jeder, hat das Recht, am kulturellen Leben teilzunehmen“, ist sich Levent Arslan sicher und verleiht seinem Herzensanliegen mit seinem Team konsequent Ausdruck, indem er kontinuierlich an Entwicklungen arbeitet, die den Filmgenuss für noch mehr Menschen intensiver erlebbar machen. So findet das Kurzfilmfestival seit zwei Jahren hybrid statt – in der Stadthalle Detmold wie auch online. Mittels 360-Grad-Stream in Echtzeit kann der Gast vom Bildschirm aus in das Geschehen eintauchen und dabei in alle Winkel blicken. Seit einigen Jahren werden zahlreiche Filme zudem mit Untertiteln für Gehörlose und mit Audiodeskriptionen für Sehbehinderte ausgestattet. „Gäste, die von zu Hause aus am Festival teilnehmen, können sich ebenfalls an den Publikumsgesprächen mit den Filmschaffenden auf der Bühne digital beteiligen und Fragen stellen“, erklärt Levent Arslan das Konzept der Inklusion beim ISFF Detmold. Nicht umsonst stünde dieses unter dem Motto „Filme für alle“, um den Anspruch an die Barrierefreiheit zu unterstreichen.

Inklusive Workshops

Neben den 250 Kurzfilmen, die aus rund 4.000 eingereichten Werken von Independent-Filmemacher:innen aus insgesamt 125 Ländern ausgewählt wurden, flankieren Präsentationen von Projekten das Festival. Gemeinsam mit der Lebenshilfe Detmold zeigt die Kultur & Art Initiative e.V. aus Detmold als Veranstalter des ISFF Dokumentarfilme aus dem Workshop „Beats to Think“. Zudem waren bei der vergangenen Auflage die Ergebnisse der beiden Workshops „Was wir meinen, wenn wir von Inklusion sprechen“ und „Recycling für die Zukunft“ ausgestellt. Partys, Konzerte, Liveacts, Kunst, Installationen und mehr ergänzen das reichhaltige Angebot.

Film als Medium

Vor einer Leinwand stehen 6 Menschen in unterschiedlichen Kostümen und verneigen sich vor dem Publikum

Der Fokus des Festivals liegt zudem auf Weltoffenheit. Die Fähigkeit, sich bisher fremdem Gedanken- und Kulturgut zu öffnen, soll gefördert werden. Mit dem Film als Medium im wahren Wortsinn sollen Brücken zwischen verschiedenen Kulturen geschlagen werden. Kein Wunder, dass die Kunstform Film auch die Basis für die internationalen Jugendbegegnungen unter dem Titel „Get Your Own Picture“ darstellt. Die hier gemeinsam produzierten Kurzfilme werden ebenfalls jedes Jahr auf dem ISFF Detmold gezeigt.

Die Kultur & Art Initiative e.V. arbeitet ebenfalls mit der Theaterwerkstatt Bethel Volxakademie zusammen, die auch auf eine inklusive Arbeitsweise setzt. „Und wir sind jederzeit offen für neue Ideen, Kooperationen und Inspirationen und laden alle Interessierten ein, mit uns zu netzwerken, und sich so auch mit Vereinen und Institutionen aus dem Bereich der Inklusion auszutauschen“, sagt Levent Arslan, dessen Weg zu dem renommierten Festival – quasi aus dem Nichts – alleine schon eine Geschichte darstellt.

Gib niemals auf

Arbeitslos, zwei Kinder, eine Leidenschaft für Filme und die Angst, ein schlechtes Vorbild zu sein, waren Treiber für die Überlegungen, mit Filmen einen Sinn für das größere Ganze zu schaffen und das Filmeschauen so gewissermaßen zum Beruf zu machen. Er startete ohne jegliche relevante Kontakte, durchforstete das Internet, wo es entsprechende Möglichkeiten gäbe, seinen Traum zu realisieren. In der Türkei geboren und in Deutschland mit der Familie lebend, arbeitete er weiter an seinen Deutschkenntnissen und hat zahlreichen Widerständen zum Trotz Unterstützende und Fördernde für sein Projekt gewinnen können. Viele hatten ihn zu Beginn, wie er erzählt, einfach nicht ernst genommen mit seiner Idee für ein internationales Kurzfilmfestival in einer Kleinstadt wie Detmold. „Als dann die ersten Befürworter mit an Bord waren, hat das wieder weitere überzeugt“, sagt Levent Arslan und schmunzelt. Von Jahr zu Jahr wuchs die Fangemeinde, und 2005 ging das erste Internationale Kurzfilmfestival Detmold über die Bühne. „Ich weiß, wovon ich spreche, wenn ich sage: ‚Gib niemals auf!‘“, ergänzt der kreative Gründer.

Vom 1. bis 3. Juli 2022 soll es nun in 18. Auflage hybrid stattfinden – in der Stadthalle Detmold wie auch online. Und erneut barrierefrei, in Blöcken mit Gebärdensprache, Untertiteln und Audiodeskription. Der 360-Grad-Stream ist über die Homepage www.fest-der-filme.de aufrufbar. Hier können auch Fragen an die Regisseur:innen gestellt werden.

Informationen über den Verein Kultur & Art Initiative e.V. sowie über diverse Projekte im Internet sind unter www.kultur-art.com zu finden.

Ein Beitrag von Elke Schoolmann.

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