StartBarrierefreies ReisenMeran und Bozen – Zwei Städte in Südtirol mit besonderem Flair

Meran und Bozen – Zwei Städte in Südtirol mit besonderem Flair

„Südtirol ist Natur, Genuss, Kultur und Lebensart“ Ich liebe Südtirol, seit vielen Jahren fahren wir mit der Familie nach Kaltern an der Weinstraße.

Seit sieben Jahren begleitet mich jetzt auch der Rollstuhl. Zugegeben, Kopfsteinpflaster und alte Bausubstanz sind nicht immer wirklich barrierefrei zu gestalten, aber es wird viel daran gearbeitet. Barrierefreiheit bedeutet in Südtirol nicht nur Zugang für Rollstuhlfahrer, sondern heißt hier wie die sehr gute gleichnamige Website „Südtirol für alle“, auf italienisch „Alto Adige per tutti“.

Die beste Reisezeit ist für mich der Spätfrühling/Frühsommer und der Spätsommer/Frühherbst, da es im Hochsommer ziemlich warm werden kann.

Bozen – Landeshauptstadt von Südtirol

 

In Bozen, zeitweilig sogar die heißeste Stadt Italiens, wurde daher die „Sommerfrische“ erfunden.

Reiche Bozner Bürger bauten sich Sommerhäuser in luftigeren Höhen und fuhren schon vor über hundert Jahren mit der (heute nicht mehr existenten) Zahnradbahn auf den Ritten. Dass Bozen eine sehr reiche Stadt war, sieht man auch heute noch an den wunderschönen Bürgerhäusern der Altstadt. Die Altstadt ist autofrei bzw. nur für Anlieger zu befahren.

Einen Rundgang startet man am besten am Walther-von-der-Vogelweide-Platz. Dort findet man auch den schönen Dom Maria-Himmelfahrt, den man seitlich barrierefrei betreten kann.

Unter den bekannten „Lauben“ kann man gut einkaufen, vor Regen und Sonne geschützt und für Rollstuhl- und Rollatorfahrer auch dank des glatten Bodenbelages sehr angenehm zu befahren. In der restlichen Altstadt darf man sich dann wieder mit dem Kopfsteinpflaster herumschlagen …

Sehr bekannt ist der Bozener Frischmarkt, der Montags- bis Samstagvormittags vom Obstplatz am Ende der Laubengasse bis zu den „Fischbänken“ stattfindet. Hier trifft man sich auf italienische Lebensart zum Kaffee oder Aperitif in der Bar „Fischbänke“ – bereits von Weitem zu erkennen an den Schildern mit verschiedenen Lebensmottos, die der Wirt „Cobo“ gesammelt und aufgehängt hat.

Folgt man jetzt der Dr. Josef-Streiter-Gasse wieder leicht bergab, begegnet einem noch die kleine Bruschetteria „dai Carrettai“, die leider sehr eng und nicht barrierefrei ist. Aber draußen an den Klapptischen kann man auch Platz finden, sofern man eine Begleitung hat, die drinnen das Essen besorgt und den Wein zapft.

Am Ende der Straße gelangt man auf die Binder-Gasse, geht man rechts, trifft man wieder auf die Lauben, geht man links, findet man viele alteingesessene Gasthäuser. Hier spannten früher die Fuhrleute ihre Pferde ab und begaben sich zum Essen und Trinken.

Bozen ist für mehr als nur seine Altstadt bekannt

Einen der bekanntesten Südtiroler kann man im Archäologischen Museum finden. Gut tiefgekühlt findet man hier „Ötzi“, die weltberühmte Gletschermumie. Das Museum ist barrierefrei, aber es empfiehlt sich, Karten vorzubestellen, da eigentlich fast immer großer Andrang herrscht.

Wer jetzt noch Lust auf Natur hat, sollte eine Fahrt in die „Sommerfrische“ auf den Ritten unternehmen. Alle vier Minuten verbindet die barrierefreie Rittnerbahn die Stadt Bozen auf einer spektakulären Fahrt mit Oberbozen. Wer möchte, kann mit der historischen Schmalspurbahn (Hebebühne vorhanden, vorher anmelden) bis zur Endstation weiterfahren. Von hier aus könnte man jetzt noch zu den Erdpyramiden wandern, allerdings ist der Weg wegen der Steigungen und der Beschaffenheit nur eingeschränkt empfehlenswert.

Meran – Heilbäder & Jugendstil

Eine Stadt, die ich ebenfalls gerne besuche, ist Meran. Kleiner, ruhiger und überschaulicher als Bozen. Man merkt hier sofort ein gewisses Kurambiente aus dem letzten Jahrtausend mit österreichischem Einfluss.

Wie in Bozen kann man hier gemütlich bei Regen und Sonne unter den Lauben flanieren. An verschiedenen Orten findet täglich ein kleiner Markt statt. Das historische Kurhaus liegt direkt an der Passer (dem Fluss, der durch Meran fließt), an der sich rechts und links eine Promenade befindet. Ich mag es, unter den Bäumen zu sitzen und ein Eis zu schlecken.

Wer es jetzt etwas „sportlicher“ will, wandert auf dem „Sissi-Weg“ in Richtung Schloss Trauttmansdorff. Zwischendurch ist eine gute Schiebehilfe oder ein elektrischer Antrieb von Vorteil. Schloss Trauttmansdorff sollte man wegen seiner wunderschönen botanischen Gärten besuchen.

Kein Wunder, dass Sissi hier gerne einige Wochen verbracht hat. Die Wege in den Gärten sind größtenteils barrierefrei, allerding mit vielen Steigungen versehen. Wer keinen eigenen Elektroantrieb hat, kann sich dort einen E-Rollstuhl gegen Gebühr leihen. Die Damen und Herren an der Kasse erklären alles sehr freundlich. Allerdings sollte man bei sehr schönem Wetter besser vorher anrufen. Im Schloss selbst ist dann das Touriseum (Museum für Tourismusgeschichte) untergebracht.

Im Sommer finden oft auch einige kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Picknicks mit Musik statt.
Erholen kann man sich gut in der Therme Meran, die viele unterschiedliche Pools im Innen- und Außenbereich, Sauna und Gesundheitsanwendungen bietet. Einstiegshilfen sind vorhanden (trotzdem besser vorher nachfragen).

www.suedtirolfüralle.it

Hier finden Sie Informationen über barrierefreie Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten, Museen, Wanderungen und vieles mehr. Diese Webseite gibt es auch als APP, zugleich kann man darüber die Parkplatzfinder-APP für Südtirol herunterladen.

www.suedtirol.info

Hier stehen viele Informationen über Südtirol, Veranstaltungen, Konzerte, Events, aber auch Kulinarisches und viele schöne Bilder, die Sehnsucht nach einem Urlaub in Südtirol anfachen, zur Verfügung.

BELIEBTE BEITRÄGE