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Barrierefreie Pilgerwege

Das Pilgern hat bis heute nicht an Bedeutung verloren, so wandern viele auf den Pfaden des Jakobsweges, um dabei zu sich selbst oder zur Spiritualität zu finden. Die Definition für das Wort „pilgern“ geht auf das lateinische „pergere /per agere“ zurück. Welches übersetzt bedeutet „jenseits des Ackers“ oder “ in der Fremde“. Im Unterschied zur Wallfahrt, wird die Pilgerschaft meist als eine längere, religiös motivierte Reise bezeichnet.

Geschichte des Pilgerns

In Mitteleuropa war vom Mittelalter bis zum Barock Pilgern in erster Linie Ausdruck römisch – katholischer Frömmigkeit. Zum 20. Jahrhundert mischten sich dann auch evangelische Christen unter die Pilger und Wallfahrer. Frauen, Männer, Alte, Junge, Kranke und Gesunde pilgerten zu Orten, die den Christen heilig sind, zu den Stätten, wo Jesus gelitten hat, Apostel und Martyrer begraben sind oder wo die Gottesmutter und der Engel sich offenbart haben.

Verein will Pilgerwege barrierefrei machen

Dank des Wandels ist es möglich, dass das Pilgern auch für Menschen mit Behinderung kein unüberwindbares Hindernis mehr ist. Was dies im Einzelnen bedeutet und welche Kriterien entscheidend sind, um barrierefreies Pilgern für Menschen mit Behinderungen konkret umzusetzen, haben sich die Initiative ‘Pilgern bewegt‘ e. V., Experten und Betroffene zum Thema gemacht. Der Verein wurde 2006 gegründet und 2007 wurden in einem Workshop  die Richtlinien und Kriterien für die barrierefreie Gestaltung der Wege und deren Darstellung erarbeitet. Die daraus folgenden Ergebnisse wurden dokumentiert und dienen als Leitfaden für alle weiteren Projekte.

Schwarzer Rucksack, an dem eine Jakobsmuschel befestigt ist.

Barrierefreie Pilgerwege ausgeschildert

7 ausgewählte Pilgerwege sind als “Pilgern bewegt“ Pfade ausgeschildert und auf fünfen davon ist auch Barrierefreies Pilgern möglich. Karten sowie dem dazugehörigen Informationstext finden Interessierte im Internet unter www.pilgern-bewegt.de/Pilgerwege. Das besondere Augenmerk wurde hierbei auf den Status der Barrierefreiheit gelegt. Menschen mit Behinderungen sollten entscheiden können, ob ein Pilgern auf den Wegen für sie machbar ist oder nicht.

Kriterien für die Barrierefreiheit

Barrierefreiheit auf Pilgerwegen heißt zunächst, Barrieren sichtbar machen und den aktuellen Barriere-Status festhalten. Nicht nur physische Barrieren sind entscheidend, sondern auch die Stolpersteine, die Kommunikation erschweren oder sinnliches Erleben erschweren. Barrierefreiheit auf Pilgerwegen heißt, nicht das Maximum an Barrierefreiheit anstreben, sondern das Machbare anzustreben.

Wer sich auf einen Pilgerweg begibt, hat andere Erwartungen als ein Wanderer. Der Verein „Pilgern bewegt“ sieht es als seine Aufgabe, spirituelle Erfahrungen möglich zu machen, wohlwissend, dass sich diese Erfahrungen nicht an bestimmten Begebenheiten, Anlässen oder Programmpunkten fest machen lassen. Spirituelle Orte finden sich in der Natur ebenso wie in Klöster und Kirchen, spirituelle Orte kann man in der Stille und in der Gemeinschaft erleben, auch kulturelle Sehenswürdigkeiten können als spirituelle Räume empfunden werden.

 Steinsäule, auf der die Jakobsmuschel, ein Richtungspfeil sowie eine Kilometerangabe zusehen ist.

Weitere Informationen gibt es unter www.pilgern-bewegt.de/barrierefrei

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