Wigald Boning

Geboren 1967 in Wildeshausen, beschloss Wigald Boning schon als junger Mensch, Jazzmusiker zu werden. Mit seiner Band KIXX tourte er ab 1983 durch Europa. 1989 lernte er Horst Königstein kennen und übernahm in dessen Debütfilm „Hard Days, Hard Nights“ die Rolle des unglücklichen Kochlehrlings „Kurt“. Beim TV-Sender „Premiere“ übernahm er bald die tägliche Kolumne zum Musikmagazin „Airplay“ und seit 1993 war er in der Comedy-Sendung „RTL Samstag Nacht“ als Ensemblemitglied zu sehen. Er ist bekannt aus der „WIB-Schaukel“ als Interviewer prominenter Gäste, macht sich seit 2004 als wissenschaftlicher Experte in der Sat.1-Show „Clever – Die Show, die Wissen schafft“ einen Namen und moderierte in den letzten Jahren gemeinsam mit Bernhard Hoecker die ZDF-Sendung „Nicht nachmachen“.

Sehr geehrter Herr Boning, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für unsere Fragen nehmen!

Wir haben gelesen, dass Sie Botschafter des Dravet-Syndrom e.V. sind. Dieser Verein ist ein Zusammenschluss betroffener Eltern von Dravet-Kindern. Diese bekommen im Kleinkindalter zum Teil starke und lange epileptische Anfälle; mit fortschreitendem Alter reduzieren sie sich dann wieder. Wie kommt es, dass Sie sich für diesen Verein starkmachen? Gibt es Berührungspunkte?

Ich hatte im privaten Umfeld mit einem Fall gutartiger Epilepsie zu tun und kann mich ein wenig einfühlen. Als ich gefragt wurde, ob ich Schirmherr sein möchte, musste ich nicht lange überlegen.

Man sieht Sie verstärkt in Wissensshows im deutschen Fernsehen. Sehen Sie Ihr Engagement darin als eine Art Bildungsauftrag? Oder warum ist es (u. a.) dieser Wirkungsbereich geworden?

Das hat sich eher durch Zufall so ergeben. Sat.1 fragte einst, ob ich mit Barbara Eligmann „Clever“ moderieren wolle, und wieder musste ich nicht lange überlegen. Daraus hat sich dann allerlei ergeben.

Viele Experimente setzen Sie auch selbst um. Kommt da der kleine Junge Wigald durch?

Ich kann nur jedem empfehlen, lebenslang zu experimentieren, ob mit Chemiebaukästen, Urlaubsorten, selbst ausgedachten Sprachen, Kochrezepten, Sportarten etc. Das Leben ist zu kurz, um es im ewig gleichen Trott zu verdösen.

Wenn Sie die gesellschaftlichen Strukturen ändern könnten, was wäre Ihr erstes Anliegen?

Chancengleichheit anstreben. Jeder sollte seine Potenziale voll ausschöpfen können. Über eine ausgeglichenere Vermögensverteilung ist auch zu reden – und zwar weltweit. Des ausgeglicheneren Wohlstands wird man sich aber nur erfreuen können, wenn der Planet überhaupt bewohnbar bleibt. Also: Zügig auf eine umweltfreundliche Lebensweise umstellen.

Neben den vielen Auszeichnungen – zum Beispiel Goldene Stimmgabel, Bambi oder Grimme-Preis – wurden Sie auch schon zur „Fahrradfreundlichsten Persönlichkeit“ gekürt und haben den Bodensee als vermutlich langsamster Schwimmer durchquert – was kann jetzt noch kommen!? 🙂 Haben Sie noch ein Ziel, das Sie in den nächsten Jahren erreichen wollen, oder eine Vision?

Die sportlichen Spleens und Ziele tauchen manchmal wie aus dem Nichts auf.

Aktuell versuche ich, möglichst lange jeden Tag zu laufen, ohne Ausnahme. Was danach kommt, weiß ich noch nicht.

Unser Magazin möchte seinen Lesern Mut machen. Was möchten Sie ihnen mit auf den Weg geben? Haben Sie eine Lebensweisheit oder ein Motto?

Wie sagten die Bremer Stadtmusikanten? „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“ – das Urcredo des Existenzialismus. Also: Nutzt den Tag! Freut euch des Lebens! Und, um den Bogen von den Gebrüdern Grimm zu Kai Pflaume zu schlagen: Nur die Liebe zählt!

Vielen Dank für das Interview!

Foto: Wigald Boning

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