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WAS MACHT EIGENTLICH … Jessica Cox

In unserer Reihe „Was macht eigentlich“ recherchieren wir, was aus den Menschen geworden ist, die wir Ihnen vor vielen Jahren vorgestellt haben.

BF: Liebe Jessica, wir haben dich Mitte 2014, also mittlerweile vor knapp sieben Jahren, im Magazin Barrierefrei vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt warst du Rekordhalterin, denn du warst die erste Frau, die ein Flugzeug mit den Füßen gesteuert und geflogen hat. Zudem bist du als Rednerin und Motivatorin um die Welt gereist. Was hast du in den letzten sieben Jahren gemacht?

JC: Es waren sehr erlebnis- und arbeitsreiche sieben Jahre. Am Wichtigsten waren die Gründung und Etablierung meiner Stiftung. Sie soll amputierten Kindern helfen, indem sie sie mit einem (älteren) Mentor zusammenbringt, der selbst eine Behinderung hat. Oft auch die Gleiche. Ich selbst stehe auch beratend zur Seite. Die Stiftung steht aber natürlich auch allen anderen Menschen mit Amputationen als eine Art Austauschplattform offen. Zwei Jahre nach Gründung der Stiftung bot uns ein Gentlemen aus Kalifornien an, dass ich sein Flugzeug nutzen könnte. Es wurde 1947 gebaut und ist exakt der Typ, den ich fliegen kann: eine Ercoupe 415-C. Leider konnte ich sie nur einmal letztes zum 30. Jahrestag der Unterzeichnung des Gesetzes für Menschen mit Behinderung fliegen. Aufgrund ihres Alters muss die Maschine umfangreich restauriert werden, um sie dauerhaft fliegen zu können. Mein Plan ist es, durch die USA zu fliegen, mich mit gehandicapten Kindern zu treffen und sie auf einen unvergesslichen Flug mitzunehmen. Natürlich erst, wenn Covid unter Kontrolle ist.

Zudem habe ich meinen vierten schwarzen Gürtel in Taekwondo im Jahr 2019 überreicht bekommen. Als Speakerin, Motivatorin und Verfechterin der Rechte behinderter Menschen habe ich Saudi-Arabien, Ägypten, Nepal und viele andere Länder besucht. Im Jahr 2015 habe ich mein Buch „Disarm Your Limits“ (Übersetzung: Entwaffne/Entschärfe deine Grenzen) veröffentlicht. Im selben Jahr hat eine Dokumentation über mein Leben mit dem Titel „Right Footed“ seinen Weg in die Öffentlichkeit gefunden und wurde ausgezeichnet.

BF: Du hast es geschafft, durch deine Aufklärungsarbeit, was die Rechte und Fähigkeiten behinderter Menschen betrifft, eine große mediale Aufmerksamkeit zu bekommen. Gibt es immer noch Leute, die dir nicht glauben, dass alles erreicht werden kann, auch mit Handicap? 

JC: Es wird immer Zweifler da draußen geben, egal wie hart ich dafür kämpfe. Aber ich lasse mich und meine Pläne davon nicht beeinflussen. Als ich 2017 Nepal besucht habe, bin ich zusammen mit der NGO Humanity & Inclusion durch das Land getourt, um dort für die Schaffung inklusiver Arbeitsplätze zu werben. Überall in der Welt sehe ich Verständnis dafür, dass Inklusion wichtig ist. Aber die Zweifel an einer einfachen Umsetzung kommen dann, wenn die Menschen sich mit den unterschiedlichen Behinderungsarten konfrontiert sehen. Aber grundsätzlich können wir schon große Fortschritte verzeichnen, es gibt jedoch noch einiges zu tun.

BF: Gibt es noch eine Vision oder einen Traum, den du noch nicht realisiert hast?

JC: Normalerweise lege ich sofort los, wenn ich etwas erreichen will – und hole es mir. Ich werde jeden Tag von neuen Dingen inspiriert. Wer weiß, was mein nächstes Ziel sein wird?

BF: Planst du denn noch etwas Konkretes für die Zukunft?

JC: Oh ja! Ich stehe kurz vor der Veröffentlichung meines Vierjahresplanes. Ich nenne es „Projekt 2025“. Ich kann noch nicht verraten, worum es geht. Aber so viel sei gesagt: Es wird ein weiterer großer Schritt für mich sein!

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