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Einfach mal abtauchen!

Tauchen mit Behinderung heißt, eine neue Welt zu entdecken

Hast du nicht auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt, einfach mal tauchen zu gehen, den Fischen in die Augen zu schauen? Die fantastischen Farben und Formen der Gorgonien und Korallen selber zu entdecken und dich in einer neuen Welt zu bewegen, vielleicht mit einer Schildkröte oder einem schönen Rochen?

Mit Behinderung neue Welt unter Wasser erleben

Einfach mal die Ruhe genießen. Die außergewöhnlichen Eindrücke auf sich wirken lassen und eine neue Welt unter Wasser erleben. Bisher habt ihr noch nicht den Mut gehabt, es umzusetzen, oder euch gefragt, ob das mit eurer Behinderung überhaupt möglich ist?

Wir sind uns sicher – es geht! Probiert es einfach aus, denn fast jeder:jede kann mit der richtigen Unterstützung tauchen. Das Einzige, was ihr benötigt, sind erfahrene Begleittauchende, die über die notwendige Erfahrung und Ausbildung verfügen, euch sicher unter Wasser zu bringen. Seit über zehn Jahren taucht unser Team alle zwei Wochen mit einer Gruppe von Menschen mit Behinderung im Hallenbad oder in einem See in Deutschland ab.

Tauchen im Mittelmeer oder Roten Meer

Das Foto zeigt drei Männer knapp über dem Meeresgrund zusammen tauchend. Der vordere Mann hält in der Hand ein Druckmessgerät, der Mann in der Mitte hält den vorderen fest und der dritte Mann gibt dem vordersten Mann Hilfestellung.

Seit sechs Jahren kommen auch regelmäßig Tauchreisen ans Mittelmeer oder nach Ägypten ans Rote Meer dazu. Was sind das für Erlebnisse und Erfahrungen! Alle sind fasziniert von der Unterwasserwelt, den Fischen und  Farben sowie von einer neuen Freiheit! Eine Freiheit, die man an Land – oftmals an einen Rollstuhl gebunden – nicht mehr hat. Unter Wasser kann man sich selbst frei fortbewegen und alleine in einem dreidimensionalen Raum schweben. Natürlich unter der Aufsicht und mit der Unterstützung der erfahrenen Begleitenden.

Weil wir bei unseren regelmäßig stattfindenden Schnuppertauchkursen immer wieder so viele positive und außergewöhnliche Resonanzen bekommen, haben wir uns überlegt, mal etwas Außergewöhnliches anzubieten: ein intensives Schnuppertauchen im Roten Meer. Ich glaube, das gab’s in der Form noch nie – bei tollen Außen- und Wassertemperaturen in einem Urlaubsparadies eine neue Sportart für sich entdecken.

Das Bild zeigt eine große Meeresschildkröte auf dem Meeresgrund. Auf ihrem Panzer liegt ein Fisch. Der Meeresgrund besticht durch Algen.

Ablauf Tauchgang mit Handicap

An den ersten beiden Tagen macht ihr euch mit dem Equipment vertraut, ihr lernt, wie das Atmen unter Wasser funktioniert und wie miteinander kommuniziert und alles umgesetzt wird! All diese Dinge klären wir und gehen auch zweimal in den Swimmingpool, um das Ganze praktisch umzusetzen. Fühlt ihr euch gut und sicher, dann haben wir an den darauffolgenden Tagen etwas ganz Besonderes vor.

Dann geht’s richtig los! Wir machen an drei Tagen jeweils einen Tauchgang von circa 30 bis 40 Minuten in einer wunderschönen Bucht. Und ich weiß jetzt schon, dass jeder:jede, der:die teilnimmt, begeistert sein wird. Auf dem schönen, sandigen Meeresboden erwarten euch Rochen und Schildkröten. Was für ein Anblick! Es kommt aber noch besser: Die Korallen am Nordufer sind intakt und vielfältig in ihren Farben und Formen mit vielen, vielen bunten Riff-Fischen. Alles in allem ein unvergessliches Erlebnis.

Persönliche Erfahrung von Petra (Multiple Skleose)

Aber es gibt auch noch einen ganz anderen Aspekt, den Petra (an MS erkrankt und seit zehn Jahren im Rollstuhl) nach einem Schnuppertauchgang ganz gut beschrieben hat:

„Irgendwann wird es ernst. Jeder darf mit seinem persönlichen Begleiter, seinem ‚Buddy‘, oder auch zwei davon, ins Wasser. Ich hätte nicht gedacht, dass meine Tauchpremiere in einem Schwimmbecken so einzigartig sein würde. Sobald ich mit dem Kopf unter Wasser bin, tauche ich in eine andere Welt ein. Der Lärm der spielenden Kinder ist plötzlich weg, und alles wird still, und der Körper wird ungeahnt leicht. Das beruhigende, gleichmäßige Geräusch des Atemgerätes hat etwas Meditatives. Vor allem: keine Gleichgewichtsstörungen mehr! Keine schweren Beine, kein Unsicherheitsgefühl, stattdessen schwebende Schwerelosigkeit. Das gefällt mir sehr. Bernadette aus Moers ganz offensichtlich auch. Sie war kurz zuvor aus ihrem Rollstuhl neben ihren Tauch-Buddys ins Wasser geglitten, um ihren Körper dem anderen Element anzuvertrauen. Ihre strahlenden Augen nach dem Auftauchen lassen keine Zweifel zu. Es ist etwas völlig anderes – etwas Neues und Schönes. Als Peter (Paraplegiker) elegant an mir vorbeischwebt, wird mir zwar klar, dass ich mit meinen paddelnden Bewegungen noch eine blutige Anfängerin bin, aber mein erster Tauchgang wird sicherlich nicht mein letzter gewesen sein.“

Der fünftägige Schnuppertauchkurs wird von der lokalen Tauchbasis Blue Submarin Divers und dem IAHD (International Association for Handicapped Divers) im Hotel Three Corners Happy Life in Marsa Alam organisiert. Als Organisator in Deutschland und als Tauchlehrer in Ägypten stehe ich euch jederzeit zur Verfügung.

Über Tauchlehrer Freddy Gaubitz

Vor über zehn Jahren habe ich meine Zusatzausbildung als Tauchlehrer für Menschen mit Behinderung erfolgreich abgeschlossen. In dieser Zeit habe ich für Menschen mit Behinderung und deren Begleitpersonen Tauchkurse durchgeführt, zusammen mit Behindertenorganisationen und -verbänden Schnuppertauchtage veranstaltet und Tauchreisen ans Mittelmeer und Rote Meer organisiert.

Bei Fragen wendet ihr euch an: Freddy Gaubitz, E-Mail: management@iahd.org

Das Foto zeigt drei Männer nebeneinander in einem Schwimmbecken stehend. Sie liegen am Beckenrand mit den Uterarmen auf. Die Männer rechts und links sind jeweils rechterhand am Bein amputiert. Ein Tauchlehrer vor ihnen erklärt etwas zum Tauchen.

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