StartAmputation & ProthetikMit Prothese und guter Bodenhaftung durch den Winter

Mit Prothese und guter Bodenhaftung durch den Winter

Es geht doch nichts über einen schönen Spaziergang durch den knirschenden Schnee. Ob nun auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkauf oder einfach nur zum Vergnügen. Als (Bein-)Prothesentragende:r nicht immer ganz ungefährlich. Unsere Tipps für eine gute Bodenhaftung im Winter:

Wahl des richtigen Winterstiefels

Die Auswahl an Winterstiefeln ist groß. Nur passt leider manchmal das, was gut mit oder für die Prothese funktioniert, nicht mit dem eigenen Modegeschmack zusammen. Vielleicht ist daher ein Kompromiss lohnenswert, um rutschfest durch den Winter zu kommen. Sicher und stabil gehen zu können, ist das A und O, aber natürlich sollte man sich auch wohlfühlen.

Neben einer guten Passform sollten winterfeste Schuhe leicht an- und auszuziehen sein. Am besten ist natürlich ein Reißverschluss oder ein simples Schnürsystem – beides bietet beim Einstieg mit dem Prothesenfuß in den Stiefel eine größere Öffnung. Und ganz wichtig: eine gut profilierte flache Sohle. Wenn der Stiefel als Leichtgewicht daherkommt, wäre das sehr vorteilhaft! Denn: Ein geringes Gewicht beugt auch Ermüdungserscheinungen vor. Zudem gilt: Je größer der Schuh, desto mehr Gewicht. Generell ist mehr als ein halbes Kilo nicht empfehlenswert. Um auch dem vorhandenen Fuß eine Freude zu machen, sollte man den Fokus auf atmungsaktive Materialien legen.

Verschneiter Untergrund, darauf ein Bein mit einem Winterstiefel.

Sicheres Gehen auf glatten Flächen

Bei Glätte ist es generell ratsam, langsam zu gehen. Das hat den Vorteil, dass man in der Lage ist, rechtzeitig eventuelle Gefahrenstellen wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Zudem erhöht temporeduziertes Gehen das Gewicht auf den Fuß, dadurch wird ebenfalls die Gefahr des Wegrutschens minimiert. Tipp: Auf Wegen oder minder befahrenen Straßen immer mittig der zwei Fahrrinnen gehen (wenn möglich!), da dort die Wahrscheinlichkeit von überfrierender Nässe deutlich geringer ist. Auch das Gehen in der Nähe von Zäunen oder Mauern kann hilfreich sein, um sich abzustützen, wenn man doch mal ins Rutschen gerät. Und damit das auch funktioniert, sind Handschuhe vorteilhaft. Somit sind die Hände außerhalb der Tasche und können bei Bedarf zum Abstützen genutzt werden. Sind sie in den Taschen vergraben, um sie warmzuhalten, könnte das im Falle eines Sturzes wertvolle Sekunden kosten, sie herauszuziehen.

Zwei Winterschuhe mit Spikes unter der Sohle.

Schuhe winterfest machen

Ausgefallen:
Alle kennen Schneeketten für die Winterreifen. Etwas Ähnliches gibt es auch für Schuhe: sogenannte Spikes. Diese schnallt man einfach unter die eigene Sohle. Diese Spikes verankern sich im Eis und sorgen so für mehr Halt. Es gibt Winterstiefel mit rutschhemmenden Profilen, wo diese Spikes bereits integriert und umklappbar sind – somit ist auch eine Einkehr in ein Café oder Geschäftshaus problemlos möglich.

Unkonventioneller:
Nicht unbedingt sehr professionell, aber Not macht bekanntlich erfinderisch: primitive Einmachgummis um die Schuhe binden. Sie sorgen für mehr Haftung auf vereisten Flächen – nicht schön, aber nützlich.

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