Dunja Hayali

Dunja Hayali wurde 1974 in Datteln geboren und ist eine deutsche Journalistin sowie Fernsehmoderatorin. Im Jahr 2016 wurde Dunja Hayali die Goldenen Kamera in der Kategorie Beste Information verliehen. Zudem stand sie im Fokus der Medien, als ein Facebook-Nutzer Hasskommentare auf Hayalis Facebookseite gepostet hatte. Diese wurden ihm durch eine einstweiligen Verfügung untersagt.

Frau Hayali, Menschen mit Behinderung zählen immer noch zu den Benachteiligten in unserer Gesellschaft, genauso wie Menschen mit Migrationshintergrund. In einigen unserer vergangenen Ausgaben haben wir genau darüber berichtet: Über Migranten mit Behinderung. Hierauf bekamen wir nicht nur positives Feedback. Diese negative Stimmung mussten Sie leider auch erfahren. Wie ist die Situation zurzeit bei Ihnen?

Die negative Stimmung im Land ist besorgniserregend. Nach dem wir nun seit Monaten analysiert haben, woran das liegt, wird es Zeit, dass Lösungen aufgezeigt und Richtungen vorgegeben werden. Die Menschen in diesem Land haben ein Recht darauf zu erfahren, wohin sie die Zukunft führen wird. Doch bei allem Verständnis für Unmut, Sorgen und Ängste – das alles sind keine Gründe durchzudrehen und Minderheiten dafür Verantwortlich zu machen.

Wie steht es um die mediale Aufmerksamkeit Ihnen gegenüber nach der einstweiligen Verfügung gegen einen Facebook-Nutzer aufgrund von Hasskommentaren?

Wenn Sie mich fragen, ob die Hass-Kommentare zurückgegangen sind, dann kann ich Ihnen das bestätigen. Aber aufgehört haben sie nicht. Einstein soll man gesagt haben: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Hinsichtlich der Flüchtlingssituation in Deutschland wünschen wir uns eine objektivere Berichterstattung, damit die Gesellschaft den Menschen, die (oftmals traumatisiert) aus Krisengebieten zu uns kommen, mehr Respekt und eine angemessenere Wertschätzung entgegen bringen kann. Wie sieht für Sie eine gelungene und nachhaltige Flüchtlingshilfe bzw. -politik aus?

Die, die zu uns kommen und Schutz suchen, müssen diesen auch bekommen. Da stehen wir in der Verantwortung und in der Pflicht. Wir müssen ihnen die Hand reichen und ihnen die Instrumente geben, die sie brauchen, um hier anzukommen. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass „die Neulinge“ diese Hand annehmen müssen – und zwar mit allen was dazugehört, ohne ihre eigene Kultur deshalb aufzugeben. Und was gehört dazu? Zu aller erst unser Grundgesetz und unsere moralischen Grundsätze; wobei die bei einigen in diesem Land leider flöten gegangen sind und man diese Menschen nicht unbedingt zum Vorbild nehmen sollte. Wie dem auch sein, wir müssen auf beiden Seiten auch geduldig sein. Eine neue Welt zu begreifen ist nicht leicht, ist nicht von heute auf morgen machbar.

Wenn Sie unsere gesellschaftlichen Strukturen beeinflussen könnten, was wär Ihr erstes Anliegen?

Mehr Dialog. Mehr Erfahrungsaustausch. Mehr Offenheit. Mehr Ehrlichkeit, ohne Schaum vor dem Mund. Mehr Bürgerbeteiligung. Und das alles bekommen Sie, wenn Sie mehr Geld und Manpower in die Bildung stecken würden. Mehr Bildung und zwar für alle.

Sie haben schon viel erreicht in Ihrem Leben. Gibt es noch eine Vision oder einen Traum, den Sie sich erfüllen möchten?

Mehr Urlaub, mehr Reisen in kulturelles Neuland und ein lebenslanges Leben mit Emma

Unser Magazin Barrierefrei möchte seinen Lesern Mut machen. Was wollen Sie ihnen mit auf den Weg geben? Haben Sie eine Lebensweisheit oder ein Motto?

1. Nutzt ja nix

2. Kopf hoch und nicht die Hände

3. Ein Mal mehr Aufstehen, als Hinfallen

 

Vielen Dank für das Interview!

Foto: Jennifer Fey

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