2020 Paralympics in Tokio

Im Anschluss an die Olympischen Sommerspiele (24. Juli bis 9. August) werden 2020 die XVI. Paralympischen Sommerspiele vom 25. August bis zum 6. September in Tokio ausgetragen.

Der Schauplatz hat Tradition: Bereits 1964 fanden hier die zweiten Paralympischen Sommerspiele statt, damals noch unter dem Namen „Stoke Mandeville Games“.
In 22 Sportarten werden erneut rund 4.400 Athleten aus rund 160 Ländern am Start sein und in 540 Medaillenentscheidungen um die Bestplatzierung kämpfen. Von den Qualifikationen in den Mannschaftssportarten hängt ab, wie groß das deutsche Team zum Schluss genau sein wird. Bei den Rollstuhlbasketballern haben bereits sowohl das Frauen-als auch das Männer-Team das Ticket für die Spiele gelöst. Auch die Goalball-Nationalmannschaft hat sich schon qualifiziert (Stand Redaktionsschluss).

Erstmals mit dabei sind die Sportarten Badminton und Taekwondo. Segeln sowie 7er-Fußball entfallen dafür. Die anderen Disziplinen sind Leichtathletik, Bogenschießen, Boccia, Kanu, Radfahren, Reiten, 5er-Fußball, Goalball, Judo, Gewichtheben, Rudern, Schießen, Sitzvolleyball, Schwimmen, Tischtennis, Triathlon, Rollstuhlbasketball, Rollstuhlfechten, Rollstuhlrugby und Rollstuhltennis.

 

Medaillen aus Elektroschrott

Das Thema Nachhaltigkeit und Umweltverschmutzung spielt auch bei den Paralympics eine große Rolle: Für die Medaillen wird daher erstmals Metall aus Elektroschrott verwendet. Zuvor hatte das Organisationskomitee landesweit dazu aufgerufen, nicht mehr genutzte Elektrogeräte in Sammelboxen abzugeben.

Hieraus wurden dann stattliche 2.700 kg Bronze, 1.800 kg Silber und 16,5 kg Gold gewonnen – genug für die 5.000 Medaillen, die bei den Olympischen Spielen und den Paralympics verliehen werden.

Neue Robo-Helfer im Einsatz – auch für Rollstuhlfahrer

Bei den Paralympics und den Olympischen Sommerspielen wird es diesmal ungewöhnliche neue Helfer geben – der Automobilhersteller Toyota wird dort erstmals eine Roboter-Flotte auffahren.

Die verschiedenen Robo-Helfer werden dabei ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen:

Die Maskottchen Miraitowa und Someity werden Besucher begrüßen und unterhalten, während der Field Service Robot (FSR) Mahlzeiten und Getränke bringt.
Ihr humanoider Kollege T-HR3 ermöglicht unterdessen, mit Athleten an weit entfernten Standorten zu interagieren und der Kommunikations-Bot T-TR1 überträgt die Spiele mit seiner Kamera. Wer ihm auf digitalen Kanälen zuschaut, kann sich mit ihm virtuell durch Stadien bewegen und mit den Menschen vor Ort interagieren.

Rollstuhlfahrer bekommen beim Besuch der Spiele sogar Unterstützung vom eigenen Assistenz-Roboter HSR (Human Support Robot), der sie zu ihrem Sitz im Stadion geleitet. Getränke und andere Waren, die zuvor über ein Tablet bestellt wurden, kredenzt anschließend gerne der Delivery Support Robot (DSR).

Bei den Leichtathletik-Veranstaltungen mit rund 500 Sitzplätzen für Rollstuhlfahrer während der Olympischen Spiele und weiteren 500 während der Para-lympischen Spiele werden die Roboter voraussichtlich über 1.000 Zuschauer unterstützen.

Dopingfreie Spiele?

Nach den Dopingskandalen der vergangenen Jahre, welche unter anderem die Russland-Sperre in Rio durch das Internationale Paralympische Komitee (IPC) zur Folge hatte, fordert der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, Friedhelm Julius Beucher, ein stärkeres Vorgehen gegen Doping-Sünder. Er wünscht sich eine härtere Gangart des IPC auch in Tokio, der sich jedoch IPC-Präsident Andrew Par-sons diesmal nicht angeschlossen hat. Parsons erwartet trotz der zunehmenden Popularität der Paralympics, womit auch mehr Geld und Ruhm im Spiel sind, keinen größeren Anstieg an Dopingfällen, die Anti-Doping-Programme und die abschreckende Wirkung der Russland-Sperre seien stark genug.

Das bestreitet auch Beucher grundsätzlich nicht. Auch er glaube trotz seiner Kritik fest an relativ dopingfreie Spiele – jedoch nur, wenn auch alle geplanten Trainings- und Wettkampfkontrollen durchgeführt würden.

Die Medikamenten-Datenbank der NADA

Saubere Spiele und dopingfreier Sport sind die Ziele der Stiftung Nationale Anti Doping Agentur Deutschland, deutschlandweit informiert sie in Präventionsmaßnahmen und Kampagnen über die Auswirkungen leistungssteigernder Substanzen.

Auch online liefert sie viele wichtige Infos: So ermöglicht zum Beispiel die NADAmed Medikamenten-Datenbank Sportlern und Betreuern, eine leicht zugängliche und schnelle Auskunft über die Dopingrelevanz von Medikamenten zu erhalten. Die Datenbank enthält eine Auswahl häufig verschriebener oder angefragter Medikamente, die in Deutschland als Arzneimittel zugelassen oder als homöopathisches Arzneimittel registriert sind. Medikamente aus anderen Ländern sind nicht aufgeführt. Eine Übersicht der Präventionsmaßnahmen der NADA, viele wertvolle Tipps für jeden Leistungsstand und die NADAmed-Datenbank finden Sie hier:
www.gemeinsam-gegen-doping.de

 

 

Mehr zu den Paralympics sowie zu den deutschen Mannschaften finden Sie hier:
www.teamdeutschland-paralympics.de / www.dbs-npc.de

Fotos: Toyota Deutschland GmbH, Ralf Kuckuck/DBS