Tragbare Kunst aus Kanada

Junge Designer entwerfen modische Kosmetik für Prothesen

Die Erfolgsgeschichte der beiden Designstudenten McCauley Wanner und Ryan Palibroda begann mit ihrer unkonventionellen Diplomarbeit an der Universität Calgary.

McCauleys Leidenschaft für Mode machte es ihm ganz und gar unverständlich, warum sich bisher noch niemand mit dem Thema ästhetische Prothesen beschäftigt hatte. Nach seiner Wahrnehmung wurden Prothesen möglichst versteckt und sollten nicht weiter auffallen – für ihn der falsche Ansatz. Damit war die Idee geboren. Um die Nachfrage machten sich die beiden keine Sorgen, da waren sie sich sicher.

Zunächst wurde das von den beiden Studenten gewählte Thema an der Uni jedoch sehr kritisch gesehen, da viele dieses für zu schwierig hielten und mit dem Respekt vor Menschen mit Behinderung nicht gut vereinbar.

Inzwischen ist aus dem Uniprojekt ein erfolgreiches Start-up geworden – eine Edelboutique, in der modische Cover für Arm- und Beinprothesen hergestellt und verkauft werden. Sie sollen als modische Accessoires gesehen werden, austauschbar wie eine Handy-Hülle. Vor allem lassen sie die Individualität des Trägers sichtbar werden. Daher sind die meisten Cover stylish und auffallend.

Die beiden Designer bekommen viel positives Feedback: Endlich kann der persönliche Geschmack auch über die Prothese ausgedrückt werden! Behinderung muss man somit nicht mehr verstecken; die Kunden von Allele tragen nun gern Shorts und zeigen das neue Kunstwerk an ihrem Körper.

Damit wird auch der Umgang mit Behinderung regelrecht modernisiert. Die Thematik „Behinderung raus aus der Tabuzone, hinein in die Modewelt“ ist das Anliegen der beiden Designer. Denn Hilfsmittel können und dürfen stylish sein!

Zum Original Interview: freethink.com/shows/superhuman/season-5/most-advanced-bionic-leg

Fotos: www.instagram.com/p/BzZuYT3puFC, www.alleles.ca/team