StartAmputation & ProthetikWie definiert sich eigentlich Schönheit?

Wie definiert sich eigentlich Schönheit?

Natalie ist Controllerin, Weltenbummlerin und Model. Ihre Handprothese gehört seit frühster Kindheit zu ihr und öffnete schon einige Türen …

Natalie ist die Gewinnerin der #myossurstory-Kampagne. Von der Aktion hat die aufgeschlossene Kölnerin über einen Flyer in ihrem Sanitätshaus erfahren und war davon sofort angetan. „Ich möchte gern anderen Mut machen und habe mir gedacht, dass ich über diesen Weg vermutlich sehr viele Menschen erreichen könnte. Ich bin fest davon überzeugt, dass du nur an dich glauben musst, dann ebnet sich schon der Weg zu deinen Zielen.“

Die 33-Jährige wurde mit fehlendem Unterarm geboren (Amelie) und bekam bereits mit einem Jahr ihre erste Armprothese. In dieser frühen Versorgung sahen ihre Eltern den Vorteil für ihre Tochter, sich nicht erst später mühsam daran gewöhnen zu müssen. „Meine Prothese gehört zu mir, das war ja schon immer so!“ Die Entwicklung neuer Handprothesen verfolgte die Familie mit großem Interesse. 2013 bekam Natalie ihre erste bionische Hand von Össur (damals noch Touch Bionics) –, und die eröffnete ihr ganz neue Welten. „Die Möglichkeit, Handgriffe mit hoher Präzision durch meine Prothese umsetzen zu können, begeistert mich immer noch täglich.“ Seit 2017 trägt sie die i-Limb Quantum. Beruflich ist sie Controllerin in einem großen Handelsunternehmen. Bei Präsentationen im Berufsleben ist es Natalie wichtig, dass ihr Gegenüber sie als (komplette) Person wahrnimmt und nicht erst der Blick auf die Prothese bzw. Behinderung fällt. Daher nutzt sie dann auch den i-Limb-Skin-Match-Handschuh.

„Ich bin ein Zahlenmensch. Am meisten interessiert mich, wie etwas zustande kommt, was also dahintersteckt.“ Die Analyse in ihrem Job ist vielseitig und abwechslungsreich. Über den Tellerrand schaut die aktive Prothesenträgerin gern. So lebte sie schon während der 11. Klasse ein Jahr bei einer Gastfamilie in Amerika, lernte dort Land und Leute kennen.

Studiert hat Natalie in den Niederlanden, verbrachte sogar ein Auslandssemester in Singapur und entdeckte dort auch die Liebe zum Wellenreiten. „Meine Eltern haben mich so erzogen, dass alles möglich ist, wenn man nur will. Das Motto lautete: Geht nicht gibt’s nicht. Dass ich keinen Unterarm hatte, wurde von niemandem in der Familie als Grund dafür gesehen, dass etwas nicht möglich sein könnte. Dafür bin ich unendlich dankbar. Und je mehr ich ausprobierte, desto mehr Selbstvertrauen bekam ich natürlich auch. Heute nehme ich meine Prothese kaum noch wahr. Nur wenn mal wieder jemand länger draufschaut, dann fällt mir ein: ‚Ach ja, da war ja was!‘“

Betreut und versorgt wird sie von der LENTES PROTHESENWERKSTATT in Köln. Ihr Ansprechpartner im Hause LENTES ist Yannick Sondermeier, Spezialist für Armprothesen. „Die besten Ergebnisse erreichen wir durch eine humorvolle und enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden“, sagt Sondermeier lächelnd. Darauf basiert auch die Beziehung zu Natalie, mit der er seit 2016 „ein Team“ bei der Versorgung bildet.

„Wir waren von Anfang an auf ‚Du“‘ – wie mit den meisten unserer Kunden. Die regelmäßigen Termine für Wartungen o. Ä. laufen neben der Arbeit manchmal fast wie ein Familientreffen ab. Natalie ist für mich ein ganz besonderer Kunde, denn sie war der ausschlaggebende Punkt, mich unter anderem auf die Versorgung armamputierter Menschen zu spezialisieren“, erzählt der Orthopädietechnikermeister. Durch die Amelie ist der Stumpf bei seiner Kundin kurz, dadurch wird die Versorgung mit einem myoelektrischen System zu einer spannenden Aufgabe für den Fachmann. „Zum einen lernte Natalie sehr schnell, mit der sensomotorischen Steuerung umzugehen, zum anderen fanden wir mit der Livingskin®“ von Össur auch eine kosmetisch ansprechende Lösung für sie“, erinnert sich Yannick Sondermeier. „Natalie ist auf Anhieb sehr gut mit der Gestensteuerung der i-Limb® Quantum zurechtgekommen und war begeistert von der Einfachheit der Bedienung. Für sie und mich war dann klar, wo die Reise hingeht.“ Die multiplen Möglichkeiten, Griffe direkt anzusteuern und diese auch individuell auf die Bedürfnisse einzustellen, waren sehr überzeugende Argumente für Techniker und Kundin.

Natalie in der Lentes Prothesenwerkstatt

Während eines Shootings in der LENTES PROTHESENWERKSTATT Ende Mai, wurde Natalie vom Fotografen ermutigt, sich als Model mit Handprothese bei einer Modelagentur zu bewerben.

Nach einiger Überlegung und dem Fazit, man könne es ja mal probieren, es gibt ja nichts zu verlieren, verfasste sie ihre Bewerbung – und wurde prompt angenommen. Eine Woche später kam schon die erste Anfrage für ein Shooting eines Sportartikelherstellers. Als klar wurde, dass es sich um adidas handelt, waren die Freude und Aufregung groß! „Da bin ich fast vom Stuhl gefallen, als die Modelagentur mir mitteilte, wer mich da fürs Shooting engagieren wollte. Ich konnte es kaum glauben!“

Seit der Ermutigung des Fotografens fasziniert die lebenslustige Frau der Gedanke immer mehr, auch im Model-Business etwas zu bewegen. „Schaut man genauer hin, ist doch der Begriff Schönheit gar nicht zu Ende definiert. Und wer definiert den überhaupt? Eigentlich darf so etwas wie Schönheit gar nicht limitiert sein, da unsere Gesellschaft doch so bunt und vielfältig ist.“

Und auch auf Instagram bekommt sie viele Anfragen, vorrangig von Betroffenen oder Eltern, die Kinder mit fehlenden Gliedmaßen haben. Denn Natalie postet dort auch ganz praktische Dinge aus ihrem Alltag, wie man sich zum Beispiel mit einer Handprothese die Schuhe zu bindet oder einen Zopf macht.

„Ich habe mir früher so jemanden wie mich gewünscht, den man um Rat fragen kann bei all den Herausforderungen, die das Leben mit Prothese mit sich bringt. Ich habe aber damals niemanden gefunden. Neulich sagte ein Mädchen zu mir, dass ich doch nun genau die Person für andere wäre, die ich mir selber gewünscht hätte. Das fand ich rührend, denn es stimmt.“

Gerade baut sie zusammen mit ihrem Freund ein Haus, bei dem auch ein großes Grundstück schon auf ihren Einsatz wartet. In Zukunft will die Kölnerin wieder auf Reisen gehen, Südamerika und Neuseeland stehen auf ihrer Bucket List.

Natalie auf Instagram: nati.walnut

„Wir stehen für Handwerk am Menschen, für Handwerk, das bewegt.“

Jan Lentes

In diesem Zitat von Firmengründer Jan Lentes steckt der Kern der Arbeit der LENTES PROTHESENWERKSTATT. „Wir bewegen die Menschen ja nicht nur physisch durch das angepasste Hilfsmittel, sondern auch mental. So begleiten wir unsere Kunden durch alle Höhen und Tiefen einer Versorgung. Das berührt uns genauso wie den Kunden und dessen Angehörige.“ Somit werden die Anwender*innen in das Zentrum des Schaffens gerückt. Lentes holt seine Kund*innen mit ins Boot, um Ziele und Wünsche in partnerschaftlicher Zusammenarbeit herauszufinden. Dabei hat er immer langfristige Erfolge im Blick und nimmt sich die nötige Zeit für Planung, Versorgung, Fertigung und Nachsorge.

Bei diesem Vorhaben unterstützen ihn sieben Mitarbeiter*innen in den beiden Werkstätten in Köln und Leverkusen. Das Team besteht aus passionierten Orthopädietechniker*innen und -meister*innen, die sich mit Leidenschaft speziell der Prothetik widmen. So entstehen höchst individuelle Bein- und Armprothesen. Damit unterscheidet sich die Werkstatt von klassischen Sanitätshäusern.

Spezialisierung heißt auch immer, auf dem neuesten Stand zu sein. Es wird ständig nach neuen Lösungen bei sich und in der Industrie gesucht. Bewährte Techniken und Innovationen fließen wie selbstverständlich in die Arbeit ein.

Auf diese Weise entstehen in der Werkstatt Prothesen für jeden Verwendungszweck. Hierbei wird auch auf die Wünsche der Kund*innen eingegangen, um der Prothese die persönliche Note zu verleihen.

Hauptaugenmerk ist bei allem ein gut passender Schaft, denn dieser ist entscheidend für den Tragekomfort sowie für die Bewegungsfreiheit und Lebensqualität der Anwender*innen. Langjährige Erfahrungswerte fließen hierbei in jeden Arbeitsschritt ein.

„Standardlösungen gibt es bei uns nicht. Jede Prothese ist so einzigartig wie die Person, die sie trägt“, so Jan Lentes. Somit wird jeder Auftrag etwas Besonderes und jede Prothese ein Unikat.

Weitere Informationen und Kontakt:

LENTES PROTHESENWERKSTATT Köln
Stolberger Str. 2
50933 Köln
Telefon: 0221 13068464

LENTES PROTHESENWERKSTATT Leverkusen
Kalkstraße 46
51377 Leverkusen
Telefon: 0214 75008855
info@lentes-prothesen.de
www.lentes-prothesenwerkstatt.de

i-Limb® Quantum – so vielseitig wie Du

Die i-Limb® Quantum verfügt dank der patentierten i-Mo™ Technologie über die Gestensteuerung. Sie ist die erste und einzige Prothesenhand, mit der durch einfache Bewegungen des Armes Griffe aktiviert werden können. Motorisierte Finger, die Blockierfunktion und eine App zur individuellen Programmierung machen die i-Limb® Quantum zu einer der vielseitigsten Prothesenhände, die derzeit erhältlich sind.

Sie bietet einen konformen Griff, der sich dem zu greifenden Objekt anpasst, um einen sicheren Halt zu gewährleisten. Der rotierende Daumen, die pulsierende Griffkrafterhöhung, die Anti-Drop-Sicherheitsfunktion und eine Vielzahl automatisierter Griffmuster führen zu einer breiten Funktionalität.

Mehr Infos finden Sie auf www.ossur.de.

Infos & Tipps für einen leichten Alltag mit Prothese

Sie wollen mehr zum Thema Leben mit Prothese wissen? In dem Anwenderportal des Prothesenherstellers Össur, das Sie auf www.ossur.de finden, stehen interessante Informationen rund um die Amputation und Rehabilitation sowie die Möglichkeiten der prothetischen Versorgung übersichtlich zur Verfügung. Entdecken Sie Tipps für den Weg in ein eigenständiges Leben, und lernen Sie Menschen kennen, die bereits eine Amputation hinter sich haben oder aufgrund einer Fehlbildung eine Prothese tragen.

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