Für Prothesenträger ist Gehen mehr als nur eine alltägliche Fortbewegung – es ist eine sportliche Aktivität. Der Energieverbrauch ist beim Gehen mit Prothese um 30 % bis 60 % höher als bei Menschen mit intakten Gliedmaßen. Diese zusätzliche Anstrengung macht selbst einfache Alltagsaufgaben wie Einkaufen oder Treppensteigen zu einer körperlichen Herausforderung. Dennoch können Sport und Bewegung nicht nur den Energieverbrauch senken, sondern auch die Lebensqualität erheblich steigern!
Ihnen fehlt noch das richtige Workout oder der passende Sportverein? Jede Menge Inspiration für mehr Bewegung im Alltag finden Sie in unserer Rubrik „Sport“!
Warum kostet Gehen für Prothesenträger mehr Energie?
Folgende Gründe führen zu einem erhöhten Energieverbrauch:
Komplexe Muskelaktivität: Das Wiedererlernen des Gehens erfordert Ausgleichsbewegungen, die besonders viel Energie verbrauchen.
Asymmetrische Gangmuster: Diese führen nicht nur zu einem erhöhten Energiebedarf, sondern können auch langfristig Probleme wie Rückenschmerzen oder Arthrose verursachen.
Einfluss der Stumpflänge: Vor allem bei Oberschenkelamputierten erhöht eine kurze Stumpflänge den Energieverbrauch um etwa 15 %.
Kann der Energieverbrauch gesenkt werden?
Ja, durch gezielte Maßnahmen lässt sich der Energieaufwand beim Gehen mit Prothese reduzieren:
- Moderne Prothesen
Mikroprozessorgesteuerte Kniegelenke und andere Technologien ermöglichen eine natürlichere Bewegung und senken den Energieverbrauch. - Training und Anpassung
Physiotherapie und gezieltes Gangtraining helfen, Bewegungen zu optimieren und Ausgleichsbewegungen zu vermeiden. - Gangsymmetrie verbessern
Eine gleichmäßige Belastung der Beine minimiert den Energieaufwand bei Aktivitäten wie Gehen oder Treppensteigen. - Regelmäßige Wartung
Eine gut eingestellte und gepflegte Prothese sorgt für mehr Effizienz und weniger Energieverlust.
Herausforderungen durch Gewichtsschwankungen
Das Körpergewicht spielt eine entscheidende Rolle bei der Passform der Prothese. Nach der Anpassungsphase sollte das Gewicht stabil bleiben, da sich der Stumpfumfang durch Gewichtsschwankungen verändert. Eine Zunahme oder Abnahme von mehr als 3 kg kann die Passgenauigkeit des Schafts beeinträchtigen. Auch sportlich bedingte Veränderungen des Stumpfes sollten berücksichtigt werden, um die Funktionalität der Prothese zu erhalten.
Mehr als nur ein Schritt
Gehen ist für Prothesenträger mehr als nur Bewegung – es kommt einer sportlichen Leistung nahe, die durch technologische Fortschritte und gezieltes Training erleichtert werden kann. Es lohnt sich, denn trotz der Herausforderungen ist ein aktiver Lebensstil möglich, der erheblich zur Steigerung der Lebensqualität beitragen kann.

