Frisbee steht für Leichtigkeit, Spaß und das unbeschwerte Urlaubsgefühl, das viele mit der fliegenden Scheibe verbinden. Jetzt erobert der Klassiker auch die Welt des Rollstuhlsports. Vor allem in den USA und Frankreich hat sich die Sportart „Wheelchair Flying Disc Sport“ (WFDS) bereits etabliert. Das Besondere: Die Regeln sind flexibel, und jeder kann sie mitgestalten – ein Sport, der noch viel Entwicklungspotenzial bietet!
Noch mehr sportliche Inspiration gesucht? Entdecken Sie praktische Tipps für mehr Bewegungsfreude im Beitrag „Fit und aktiv im Rollstuhl“.
Frisbee: Vom Kuchenblech zum Sportgerät
Frisbee hat eine spannende Geschichte: Die Idee geht zurück auf William Russel Frisbie, einen amerikanischen Bäcker, der in den 1940er-Jahren runde Kuchenformen verkaufte. Kinder erkannten schnell, dass die leeren „Pie-Tins“ perfekt zum Werfen geeignet waren. Ende der 1950er-Jahre wurde die Kunststoffscheibe mit besseren Flugeigenschaften entwickelt und schließlich als Markenname eingetragen.
Heute wird Frisbee weltweit in über 40 Ländern gespielt. Doch auch als Rollstuhlsport ist die fliegende Scheibe längst nicht mehr nur ein Hobby. Daniel Schließmann, der in Kooperation mit dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS) ein Entwicklungsprojekt leitet, sieht in Rollstuhlfrisbee großes Potenzial. „Die Scheibe macht einfach Spaß, ist leicht transportierbar und bietet unglaublich viele Spielmöglichkeiten“, erklärt er.
Wie funktioniert Rollstuhlfrisbee?
Die Basisregeln orientieren sich an der klassischen Mannschaftssportart „Ultimate Frisbee“ und sind leicht anzupassen.
Die wichtigsten Punkte sind:
– Spielfeld und Spieler: Ein rechteckiges Feld, mindestens so groß wie ein Basketballfeld, wird durch Gegenstände markiert. Pro Mannschaft spielen zwei bis fünf Spieler im Aktivrollstuhl.
– Start: Beide Teams starten an der jeweiligen Endlinie. Die Scheibe wird per Zufall zugeteilt und ins Spiel gebracht.
– Spielverlauf: Die Scheibe darf nur durch Werfen weitergegeben werden. Sobald ein Spieler sie fängt, muss er mit dem Rollstuhl stoppen. Innerhalb von zehn Sekunden muss er die Scheibe weiterspielen. Körperkontakt oder das Entwenden der Scheibe ist nicht erlaubt.
– Punkten: Ein Punkt wird erzielt, wenn die Scheibe in der gegnerischen Endzone gefangen wird. Mit der Scheibe in die Endzone zu rollen, zählt jedoch nicht.
Die Regeln bieten Freiraum für Kreativität – beispielsweise könnten Tore als Ziel eingebaut oder das Spiel durch neue Herausforderungen ergänzt werden.

Rollstuhlfrisbee auf dem Weg nach Deutschland
Der Deutsche Rollstuhl-Sportverband (DRS) möchte Rollstuhlfrisbee bekannter machen und testen, ob die Sportart sich auch für eine Liga eignet. Auf Veranstaltungen, in Rehakliniken und bei Messen wird die fliegende Scheibe präsentiert. Ziel ist es, gemeinsam Varianten zu entwickeln, die Spaß machen und spielbar sind.
Eine Webseite ist bereits in Planung, um Spielideen, Regelwerke und Erfahrungen zu sammeln. Vielleicht stehen bald auch offizielle Turniere auf dem Programm.
Auch der VSG Darmstadt bietet „Rollstuhl Ultimate Frisbee“ als noch junge Vereinssportsparte an. Im Jahr 2023 gründete Tanja Gebert ein Rollstuhl-Ultimate-Team und nahm mit 9 Jugendlichen gleich an der ersten Weltmeisterschaft in Italien teil. Das Angebot richtet sich aber an alle, die sich für Sport und Gemeinschaft interessieren und Lust haben, etwas Neues auszuprobieren und regelmäßig zu trainieren.
Warum Rollstuhlfrisbee ausprobieren?
Rollstuhlfrisbee verbindet Spaß, Bewegung und Teamgeist. Und das Beste daran: Es lässt sich drinnen und draußen spielen. Es ist ein Sport für alle, die Lust haben, Neues auszuprobieren, kreativ zu sein und einfach Freude an Bewegung zu haben.
Also, worauf warten Sie noch? Die Scheibe ist leicht, der Spaßfaktor hoch – Rollstuhlfrisbee könnte Ihr neuer Lieblingssport werden!
Zum Weiterlesen: Sie möchten herausfinden, welche Sportart Ihnen wirklich Spaß macht und wo Sie starten können? Dann werfen Sie einen Blick in unseren Beitrag „Finden Sie Ihren Lieblingssport!“.

