Rehasport hat nichts mit Leistungssport zu tun, sondern mit Bewegung, die guttut und im Alltag unterstützt. Denn wer krankheits- oder altersbedingt körperlich eingeschränkt ist, spürt oft, wie schwer es fällt, im Alltag mobil zu bleiben. Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit nehmen ab, und das wirkt sich auf vieles aus: vom Aufstehen über das Treppensteigen bis hin zum Einkaufen oder Spazierengehen.
Die Fitness und die Förderung von Gesundheit sowie Selbstständigkeit durch Bewegung ist gerade auch für Rollstuhlfahrer ein wichtiges Thema.
Doch Rehasport kann hier einiges bringen. Die medizinisch verordnete Bewegungstherapie stärkt gezielt den Körper, schont die Gelenke, verbessert das Gleichgewicht und macht oft sogar Freude. Viele spüren schon nach wenigen Wochen: Ich fühle mich sicherer, stabiler, entspannter.
Was ist eigentlich Rehasport?
Rehasport ist eine ärztlich verordnete Maßnahme, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird (§ 64 SGB IX). Das Angebot richtet sich an Menschen mit körperlichen Beschwerden, etwa nach Operationen, bei Arthrose, Herz-Kreislauf-Problemen oder neurologischen Erkrankungen. In kleinen Gruppen wird unter Anleitung speziell geschulter Übungsleiter trainiert. Die Übungen sind einfach gehalten, individuell anpassbar und für jedes Alter geeignet. Ziel ist es, die körperliche Beweglichkeit zu erhalten und damit eine möglichst lang anhaltende Selbstständigkeit zu unterstützen.

Rehasport beginnt im Kopf – Motivation zählt
Das rehabilitative Training ist kein gewöhnliches Fitnesstraining. Denn die Übungen sind medizinisch ausgerichtet und folgen einem klaren Rehabilitationsziel: Beweglichkeit erhalten, Schmerzen lindern, Haltung verbessern. Statt Tempo oder Belastung geht es um eine gezielte Stabilisierung und Mobilisierung – individuell angepasst an die jeweilige Diagnose. Fordern, aber auch nicht überfordern, ist hier das Ziel, das dem Rehasport gleichzeitig seine alltagstaugliche und wohltuende Komponente verleiht.
Denn es geht nicht um Hochleistung, sondern vor allem um Regelmäßigkeit. Wer sich realistische Ziele setzt und feste Termine einplant, bleibt leichter dran. Viele berichten, dass sie nach dem Training nicht nur beweglicher, sondern auch ausgeglichener und entspannter sind. Und: Die Gruppendynamik hilft beim Durchhalten – denn gemeinsam fällt vieles leichter.
So kommen Sie zum Rehasport:
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
- Lassen Sie sich das Formular 56 ausstellen.
- Reichen Sie den Antrag bei Ihrer Krankenkasse ein.
- Nach der Genehmigung können Sie direkt starten – meist mit 50 Einheiten in 18 Monaten.
Rehasport ist für gesetzlich Versicherte kostenfrei. Passende Kurse in Ihrer Nähe finden Sie z. B. über Sportvereine, Rehazentren oder Onlineportale.
Tipp zum Weiterlesen: Wie inklusiver Breitensport auch Menschen mit Einschränkungen stärkt, erfahren Sie in unserem Beitrag „Der Deutsche Behindertensportverband“.

