StartBauen & WohnenFrühjahrs-Check für die Wohnung

Frühjahrs-Check für die Wohnung

Sicher und komfortabel Wohnen im Alter

Der Frühling ist ein guter Anlass, die eigene Wohnung mit neuem Blick zu betrachten. Es geht nicht nur um Ordnung und Sauberkeit, sondern auch um Sicherheit und Komfort. Denn viele Veränderungen, die im Alter den Alltag erschweren, fallen zunächst kaum auf: ein unsicherer Tritt an der Türschwelle, schlechtes Licht im Flur oder ein Sessel, aus dem das Aufstehen zunehmend schwerfällt. Gerade deshalb lohnt sich ein früher Wohnungs-Check. Das ist keine Frage großer Umbauten. Oft helfen schon kleine, gut planbare Schritte. Dass das Thema relevant ist, zeigen auch aktuelle Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI): 2022 war in Deutschland fast jeder vierte Mensch ab 65 Jahren in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal gestürzt.

Warum sich ein Wohnungs-Check lohnt

Mit zunehmendem Alter können Beweglichkeit, Gleichgewicht oder Sehvermögen nachlassen. Das betrifft nicht jeden Menschen gleich, kann aber dazu führen, dass alltägliche Wege in der Wohnung anstrengender oder unsicherer werden. Schon kleine Hindernisse wie Teppichkanten, Kabel, Stufen, Schwellen oder schlecht erreichbare Schalter können dann zum Problem werden. Das staatliche Gesundheitsportal gesund.bund.de, ein Service des Bundesministeriums für Gesundheit, empfiehlt deshalb, Wohnraumanpassungen früh anzugehen und nicht erst nach einem Sturz darüber nachzudenken. Wer früh prüft, wohnt oft länger selbstständig und sicher in der vertrauten Umgebung.

Lesetipp: Wenn Sie sich einen ersten Überblick verschaffen möchten, welche Hilfen den Alltag zusätzlich erleichtern können, lesen Sie auch unseren Beitrag „Mobilitätshilfen im Alter“. Und falls Sie das Thema zunächst grundlegend einordnen möchten, finden Sie einen kompakten Einstieg in „Was bedeutet eigentlich barrierefreies Bauen und Wohnen?“.

Raum für Raum prüfen

Am besten gehen Sie Ihre Wohnung Schritt für Schritt durch. Im Flur und Wohnzimmer zählen vor allem freie Laufwege. Lose Teppiche, herumliegende Kabel oder kleine Möbelstücke an engen Stellen erhöhen das Risiko zu stolpern. Wichtig sind außerdem gut erreichbare Lichtschalter und eine klare Ausleuchtung der häufigsten Wege. Auch im Schlafzimmer lohnt sich ein genauer Blick: Ist der Weg vom Bett zur Tür oder zur Toilette frei? Gibt es ein Nachtlicht? Ist das Bett so hoch, dass Sie sicher ein- und aussteigen können? Solche einfachen Fragen zeigen oft schnell, wo sich mit wenig Aufwand etwas verbessern lässt.

Älteres Paar kocht gemeinsam in moderner Küche, Frau hebt dampfenden Topfdeckel.

In der Küche geht es vor allem um Erreichbarkeit und sichere Abläufe. Häufig genutzte Dinge sollten möglichst so verstaut sein, dass Sie sich nicht strecken oder auf einen Hocker steigen müssen. Sinnvoll ist es, Arbeitsbereiche gut auszuleuchten und Wege frei zu halten. Auf Balkon oder Terrasse sind vor allem Schwellen, nasse oder rutschige Böden und wackelige Sitzgelegenheiten kritisch. Auch dort gilt: Was regelmäßig genutzt wird, sollte leicht und sicher erreichbar sein. Wenn Sie sich weitere praktische Ansätze für die Wohnraumanpassung ansehen möchten, finden Sie zusätzliche Ideen in unserem Beitrag „Barrierefrei zu Hause wohnen – vielfältige Lösungsmöglichkeiten“.

Das Bad verdient besondere Aufmerksamkeit

Das Bad gehört zu den Bereichen, in denen schon kleine Unsicherheiten schnell Folgen haben können. Nasse Böden, enge Bewegungsflächen und das Ein- und Aussteigen in Dusche oder Badewanne machen diesen Raum besonders prüfwürdig. Hilfreich sind hier zum Beispiel Haltegriffe, rutschhemmende Matten oder Beläge, Sitzmöglichkeiten in Dusche oder Wanne und bei Bedarf eine Toilettensitzerhöhung. Eine bodengleiche Dusche ist für viele Menschen langfristig die beste Lösung, aber auch kleinere Anpassungen können den Alltag schon deutlich erleichtern. Wenn Sie diesen Bereich gezielt verbessern möchten, finden Sie viele weitere praktische Anregungen in unserem Beitrag „5 Tipps für ein sicheres & barrierefreies Bad“.

Bessere Sicht und klare Orientierung für ein besseres Gefühl

Nicht nur der Boden entscheidet über Sicherheit. Auch Licht und Orientierung spielen eine große Rolle. Helle, gleichmäßige Beleuchtung hilft dabei, Kanten, Möbel und Wege besser zu erkennen. Gut sichtbare Schalter und klare Kontraste können zusätzlich für mehr Übersicht sorgen, besonders in Flur, Bad und Schlafzimmer. Ebenso wichtig ist bequemes Aufstehen und Hinsetzen. Wenn Sofa, Sessel oder Bett zu niedrig sind, wird jede Bewegung mühsamer. Kleinere Anpassungen können hier schon viel bewirken.

Frau öffnet Fenster in Wohnzimmer, Mann sitzt im Hintergrund auf Sofa und liest.

Technik kann das Leben einfacher machen

Die Verbesserungen des Wohnumfelds müssen jedoch nicht immer baulich sein. Bereits einfache Technik kann den Alltag erleichtern. Bewegungsmelder sorgen dafür, dass Wege automatisch beleuchtet werden. Herdüberwachungen oder Wassermelder können zusätzliche Sicherheit geben. Und für Menschen, die allein leben oder sich vor Stürzen sorgen, kann auch ein Hausnotruf sinnvoll sein. Solche Lösungen ersetzen zwar keine sichere Wohnumgebung, sie können aber eine gute Ergänzung sein, wenn sie zum eigenen Alltag passen. Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Beitrag „Technik-Finder für Pflegebedürftige“.

Optimierung Schritt für Schritt

Am sinnvollsten ist es, nicht alles auf einmal ändern zu wollen. Beginnen Sie mit dem, was sofort hilft: Stolperfallen beseitigen, Licht verbessern, Wege freihalten und das Bad genauer prüfen. Danach können Sie überlegen, welche Veränderungen als Nächstes sinnvoll sind. Wer unsicher ist oder größere Anpassungen plant, sollte eine Wohnberatung nutzen. Beratungsstellen wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e. V. (BAG) helfen dabei, passende Lösungen für die eigene Wohnung zu finden und informieren oft auch über Hilfsmittel und Finanzierungsmöglichkeiten.

Wenn Sie nach den ersten kleinen Schritten weiterdenken möchten, lohnt sich auch ein Blick in unseren Beitrag „Förderungen für barrierefreies Bauen“. Am wichtigsten ist, dass Sie nicht erst nach einem Sturz reagieren. Wer früh beginnt, wohnt oft länger selbstständig, komfortabel und mit mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden.

Zum Weiterlesen: Sie möchten frühzeitig planen, um möglichst lange selbstständig zu leben? Dann lesen Sie auch unseren Beitrag „Selbstbestimmt bleiben, wenn Pflege nötig wird“.

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