Vier Menschen im Elektrorollstuhl reisen von London nach Turin – ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Was nach Abenteuer klingt, ist in der Realität vor allem eines: ein Härtetest für barrierefreies Reisen in Europa. Genau darum geht es in der neuen Dokumentation zum „Race Across Europe“, die jetzt am 27. Januar um 20.00 Uhr auf dem YouTube-Kanal von Freedom One Life erscheint.
Hier können Sie live bei der Premiere dabei sein:
https://www.youtube.com/watch?v=n7MV6MW5j8I
Ein Abenteuer für die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung
Die viertägige Challenge fand vom 4. bis 8. August statt und brachte Teilnehmer aus Großbritannien und Deutschland zusammen. In fünf Tagen durch 10 Länder und 18 Städte. Haydn Smith aus Wigan (UK), Kate Strachecky aus Nailsea (UK), Oli Crawshaw aus Whitley Bay (UK) und Katharina Engel aus Berlin (DE) mussten nicht nur tägliche Aufgaben meistern, sondern sich auch durch Städte, über Landesgrenzen hinweg und durch immer wieder auftauchende Barrieren bewegen. Am Ende gewann Haydn Smith gemeinsam mit seinem Teamkollegen Alex Winstanley den mit 1.000 Euro dotierten Preis. Doch im Mittelpunkt stand weniger der Wettbewerb als die Frage: Wie fühlt es sich an, quer durch Europa zu reisen, wenn Aufzüge fehlen, Bahnsteige zu schmal sind oder Verbindungen kurzfristig ausfallen?

Von der Idee zur umfangreichen Werbekampagne
Ins Leben gerufen wurde das Rennen von Freedom One Life, einem innovativen Unternehmen aus Schottland, das Elektrorollstühle entwickelt und herstellt. Die Idee entstand aus einer kleinen Vision, die innerhalb weniger Monate zu einem großen Projekt wurde. Ab März begannen die Planungen, Ende April erschien der erste Teaser, im Mai startete die Bewerbungsphase. Zu diesem Zeitpunkt standen weder die genaue Route noch viele Details fest. Fest war nur: Start in London, Ziel in Turin.

Organisation, Einsatz und die Frage der Finanzierung
In den folgenden Monaten wurde intensiv organisiert. Es mussten Transporte gebucht, barrierefreie Unterkünfte gefunden und ein komplexer Zeitplan erstellt werden. Insgesamt wurden 70 Hotelzimmer reserviert, mehr als die Hälfte davon barrierefrei. Für die Reise waren 17 Personen unterwegs, darunter Teilnehmer, Begleitpersonen und das Filmteam. Das Projekt wurde vollständig selbst finanziert. Von Sponsoren gab es keine Geldmittel, sondern lediglich logistische Unterstützung und Leihgeräte. „Es war nicht billig“, berichtet das Team von Freedom One Life offen. „Aber dafür die größte Marketingkampagne, die wir bisher gefahren haben. Es hat viel Spaß gemacht!“ Für ein kleines Unternehmen wie Freedom One Life wäre jedoch eine Wiederholung nur mit deutlich stärkerer Unterstützung durch Sponsoren möglich.
300 Stunden Material für 30 Minuten Film
Der Film selbst ist rund 30 Minuten lang – geschnitten aus mehr als 300 Stunden Filmmaterial. Ursprünglich war geplant, mit nur einem Videografen zu arbeiten, der jeweils einen Tag mit jeder Person verbringt. Doch mit wachsender Aufmerksamkeit und vielen Bewerbungen wurde das Konzept erweitert. Am Ende begleitete ein eigener Videograf jede der vier reisenden Personen. Dennoch war klar: Perfekt wird es nicht. „Man kann nicht alles planen“, sagt das Team. „Manchmal muss man losgehen und sehen, was passiert.“
Die Botschaft der Dokumentation „Race Across Europe“
Inhaltlich will der Film mehr sein als ein reiner Reisebericht. Er soll unterhalten, ist humorvoll und zeigt viele unterschiedliche Seiten Europas. Vor allem aber zeigt er ehrlich die Realität des Reisens mit Behinderung: mit Höhen und Tiefen, ohne Beschönigung und ohne Dauerbeschwerde. Ziel ist es, neue Perspektiven auf behindertes Reisen zu eröffnen und Menschen zu ermutigen, selbst unterwegs zu sein – mit dem Bewusstsein, dass dafür oft mehr Planung nötig ist.
Mehr über Freedom One Life erfahren Sie hier: www.freedomonelife.com/de

