Im Juli wird weltweit der Disability Pride Month begangen. In München wird dieser Aktionsmonat 2026 mit Veranstaltungen, Begegnungen und einer großen Demonstration sichtbar gemacht. Der Höhepunkt ist für Freitag, den 24. Juli 2026, geplant. Unter dem Motto „Wir sind stolz und wir sind laut! Barrieren werden abgebaut“ ruft der Behindertenbeirat gemeinsam mit der Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt München dazu auf, ein Zeichen für Teilhabe, Selbstbestimmung und Barrierefreiheit zu setzen.
Teilhabe sollte selbstverständlich sein
Wie alltäglich und zugleich grundlegend diese Forderungen sind, zeigt sich auch im Aufruf zur Münchner Demonstration. „Ich will reisen“, „Ich will arbeiten“ oder „Ich will dabei sein“ – diese Botschaften erinnern daran, dass Teilhabe keine Sonderleistung, sondern ein Grundrecht ist.
Doch Disability Pride ist mehr als ein Veranstaltungsmotto. Es geht um eine Haltung. Menschen mit Behinderungen sollen nicht länger nur über Einschränkungen, Defizite oder Hilfsbedarf wahrgenommen werden. Disability Pride bedeutet: Behinderung ist Teil menschlicher Vielfalt. Sie muss weder versteckt noch als Makel betrachtet werden.
Wurzeln des Disability Pride Month in den USA
Der Ursprung des Disability Pride Month liegt in den USA. Der Juli wurde gewählt, weil am 26. Juli 1990 der Americans with Disabilities Act, kurz ADA, unterzeichnet wurde. Dieses Gesetz gilt als wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. Noch im selben Jahr fand in Boston ein erster Disability Pride Day statt. Später folgten größere Paraden und Aktionen, unter anderem ab 2004 in Chicago. Besonders sichtbar wurde der Disability Pride Month ab 2015, als das 25-jährige Jubiläum des ADA begangen wurde.
Heute wird der Disability Pride Month in vielen Ländern der Welt gefeiert. In den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland gehören Demonstrationen, Festivals, Kulturveranstaltungen und politische Aktionen vielerorts zum Juli dazu. Auch im deutschsprachigen Raum wächst die Bewegung. So findet in Berlin seit vielen Jahren die Disability & Mad Pride Parade statt. In Wien und Zürich wurden ebenfalls Disability-Pride-Veranstaltungen organisiert, um auf die Rechte und die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen.
Mehr Sichtbarkeit für mehr Wandel
Während Christopher Street Days heute in vielen Städten fest zum Veranstaltungskalender gehören, ist der Disability Pride Month in Deutschland noch vergleichsweise wenig bekannt. Umso bemerkenswerter ist es, dass München 2026 erstmals einen eigenen Disability Pride Month ausrichtet. Die Landeshauptstadt greift damit eine internationale Bewegung auf, die seit mehr als drei Jahrzehnten für Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe eintritt.
Disability Pride bedeutet nicht, Herausforderungen zu ignorieren. Vielmehr geht es darum, Menschen mit Behinderungen als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft wahrzunehmen und Behinderung als Teil menschlicher Vielfalt anzuerkennen. Die Bewegung stellt sich gegen Mitleid, Ausgrenzung und Vorurteile und fordert stattdessen gleiche Chancen sowie eine Gesellschaft, die niemanden ausschließt.
Weitere Infos finden Sie auch beim Behindertenbeirat München: www.behindertenbeirat-muenchen.de

