StartGesundheitDas Waterhouse-Friderichsen-Syndrom

Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom

Wenn eine Infektion lebensgefährlich wird

Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom ist eine sehr seltene und zugleich extrem schwere Erkrankung. Sie entsteht meist als Folge einer akuten bakteriellen Infektion, häufig durch sogenannte Meningokokken, die mitunter auch eine Hirnhautentzündung auslösen können. Bei Betroffenen versagen plötzlich wichtige Organe – besonders die Nebennieren.

Was passiert im Körper?

Die Nebennieren sitzen oberhalb der Nieren und produzieren lebenswichtige Hormone, zum Beispiel für den Blutdruck und den Stresshaushalt. Beim Waterhouse-Friderichsen-Syndrom kommt es zu starken Blutungen in beiden Nebennieren. Dadurch fallen sie schlagartig aus. Gleichzeitig breitet sich die Infektion im gesamten Körper aus, sodass es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen kann. Der Körper gerät in einen Schockzustand, und Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Wer ist besonders gefährdet?

Am häufigsten tritt das Syndrom bei Kindern und Jugendlichen auf, es kann jedoch auch Erwachsene betreffen. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Erkrankung entwickelt sich oftmals sehr schnell, manchmal innerhalb weniger Stunden.

Einen Erfahrungsbericht von Mario lesen Sie in unserem Artikel Ein Prozent Überlebenschance ist nicht viel.

Typische Anzeichen des Waterhouse-Friderichsen-Syndroms

Die Symptome beginnen meist plötzlich und verschlechtern sich innerhalb kürzester Zeit. Dazu gehören:

  • hohes Fieber
  • starke körperliche Erschöpfung und Kreislaufprobleme
  • kalte, blasse Haut
  • dunkle Blutungen oder Flecken auf der Haut
  • Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen

Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom ist daher immer ein medizinischer Notfall!

Wie wird das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom behandelt?

Betroffene müssen umgehend auf einer Intensivstation medizinisch versorgt werden. Zum Einsatz kommen hochdosierte Antibiotika sowie Medikamente, die Blutdruck und Kreislauf stabilisieren. Ergänzend werden Hormone verabreicht, um einen möglichen Ausfall der Nebennieren auszugleichen. Entscheidend ist der Faktor Zeit: Je früher die Behandlung beginnt, desto größer sind die Überlebenschancen.

Hilfe für Betroffene und Angehörige

Weil das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom sehr selten vorkommt, gibt es derzeit noch keine spezielle Selbsthilfegruppe dafür. Da es jedoch meistens im Zusammenhang mit einer Sepsis auftritt, können sich Betroffene und Angehörige an die Deutsche Sepsis-Hilfe e. V. wenden. Diese im Jahr 2007 gegründete Organisation richtet sich an Menschen, die an einer Sepsis erkrankt sind, deren Angehörige sowie Überlebende. Sie bietet umfassende Informationen, persönliche Beratung, Austauschmöglichkeiten, Kontakte zu Betroffenen sowie Unterstützung bei Fragen rund um die Erkrankung und ihre Folgen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Sepsis Stiftung. Sie setzt sich ebenfalls für Aufklärung und Beratung rund um Sepsis ein und bietet Hilfe für Betroffene.

Früherkennung rettet Leben

Aufgrund des schnellen Krankheitsverlaufs ist es entscheidend, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen. Kenntnisse über schwere Infektionen und Blutvergiftung können Leben retten: Wer die Symptome kennt, kann schneller handeln und dadurch das Risiko von Komplikationen oder lebensbedrohlichen Zuständen deutlich verringern. Aufklärung, Wachsamkeit und ein schnelles Reagieren sind daher wichtig, um Betroffene bestmöglich zu schützen.

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