Die Schule ist geschafft – und nun scheint die Welt offen zu stehen. Ein Auslandsjahr, um nach der Schulzeit erst einmal durchzuatmen und neue Inspiration für den weiteren Berufsweg zu gewinnen? Oder doch lieber direkt mit einer Ausbildung ins Arbeitsleben starten? Doch wie gestaltet sich der Weg in die Berufsausbildung mit einer Behinderung? Dieser Artikel soll eine erste Orientierung zu genau diesen Fragen geben.
Fertig mit der Schule und rein ins Berufsleben?
Je nach Art der Behinderung kann eine reguläre Ausbildung eine gute Option sein. Falls besondere Anpassung nötig sein sollten, dann sollte das vorher mit dem Betrieb und der Berufsschule erörtert werden, wie diese genau umgesetzt werden sollten. Dazu können zum Beispiel längere Bearbeitungszeiten in den Prüfungen gehören, technische Hilfsmittel, angepasste Materialien oder eine Ausbildung in Teilzeit. Wichtig ist, frühzeitig Beratung zu nutzen und offen zu klären, welche Unterstützung im Alltag und im Betrieb wirklich gebraucht wird.
Sie möchten wissen, wer Sie beim Übergang in Ausbildung und Beruf konkret begleitet? Dann lesen Sie auch unseren Beitrag „Was macht der Integrationsfachdienst?“.

Auch der Schritt von der Schule, dem Studium oder einer ersten Orientierungsphase in den Beruf wirft oft viele Fragen auf. Wie ein solcher Übergang mit mehr Orientierung, Begleitung und direktem Kontakt zu Unternehmen gelingen kann, zeigt auch unser Beitrag „Selbstbestimmung von Anfang an im Berufsleben“.
Ein Weg ist die reguläre Ausbildung
Viele junge Menschen mit Behinderung absolvieren eine duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Wenn das allein nicht gut funktioniert, gibt es zusätzliche Hilfen. Möglich sind zum Beispiel eine begleitete betriebliche Ausbildung, individuelle Unterstützung im Betrieb oder eine passende technische Ausstattung. Für Arbeitgeber können außerdem Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung infrage kommen.
Digitale Hilfen spielen dabei eine immer größere Rolle. Wie Technik Barrieren im Arbeitsalltag verringern und Teilhabe stärken kann, zeigt auch unser Beitrag „Wie KI eine inklusive Arbeitswelt fördern kann“.
Wenn ein anderer Einstieg besser passt
Der direkte Weg in eine reguläre Ausbildung ist jedoch nicht für jeden der beste Einstieg. Dann kann eine Fachpraktiker-Ausbildung nach § 66 BBiG sinnvoll sein. Sie ist anerkannt, stärker praxisorientiert und kann später weitere Schritte eröffnen. Auch eine außerbetriebliche Ausbildung oder ein Berufsbildungswerk kann passend sein, wenn mehr Begleitung, Förderung oder Orientierung nötig ist.
Viele Berufswege verlaufen zudem nicht unbedingt geradlinig. Wer wegen einer Erkrankung oder nach einem Unfall neu überlegen muss, wie der Einstieg oder Wiedereinstieg gelingen kann, findet weiterführende Informationen in unserem Beitrag „Wie der berufliche Neustart nach Krankheit oder Unfall gelingen kann“.
Welche Hilfen wichtig sein können
Je nach Situation kommen Berufsausbildungsbeihilfe, Ausbildungsgeld oder weitere Reha-Leistungen infrage. Das Budget für Ausbildung ist ein Weg für Menschen, die wegen der Art oder Schwere ihrer Behinderung eigentlich Anspruch auf Leistungen im Eingangsverfahren und im Berufsbildungsbereich einer Werkstatt hätten, aber stattdessen eine reguläre Ausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt machen möchten. Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder beim Übergang in den Beruf bieten außerdem die Agentur für Arbeit und die Integrationsfachdienste.
Wenn gesundheitliche Folgen den Berufsweg zusätzlich erschweren, kann auch berufliche Rehabilitation wichtig werden. Ein konkretes Beispiel dafür zeigt unser Beitrag „Berufliche Rehabilitation mit Long COVID“.
So gehen Sie am besten vor
Sinnvoll ist eine klare erste Einordnung: Vereinbaren Sie einen Termin bei der Berufsberatung, sprechen Sie über Ihre Interessen und Belastbarkeit. Nutzen Sie wenn möglich Praktika und prüfen Sie dann gemeinsam, welcher Weg zu Ihnen passt. Gute Anlaufstellen hierfür sind:
- Bundesagentur für Arbeit: Ausbildung mit Behinderung
- Integrationsfachdienste: Übersicht auf REHADAT
- Berufsbildungswerke: Übersicht der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufsbildungswerke
Sie fragen sich, wie Unterstützung im Arbeitsalltag später ganz praktisch aussehen kann? Einen guten Einblick gibt unser Beitrag „Schwerbehinderung im Berufsleben“.
Der Weg in die Ausbildung verläuft nicht immer gerade. Aber es gibt mehr Möglichkeiten und Hilfen, als viele zunächst vermuten. Wer sich früh informiert und passende Unterstützung nutzt, hat gute Chancen, einen eigenen Weg in den Beruf zu finden.

