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Bester Rundumblick

Individuell angepasster Mercedes-Sprinter mit extra großer Frontscheibe und Space Drive

Damit Werner König sicher mobil sein kann, müssen die Maße des Autos schon etwas besonders sein. Der Zweimetermann misst selbst in seinem Elektrorollstuhl noch stattliche 1,60 Meter plus. Ihn einfach in einen Lieferwagen mit Hochdach zu setzen – damit ist es nicht getan, da ihm dann die uneingeschränkte Sicht nach außen verwehrt bleibt. Eine Herausforderung für die PARAVAN-Mobilitätstüftler, die kurzerhand die Front des Mercedes-Sprinters mit Hochdach zusätzlich mit einer extra großen Frontscheibe versehen haben. Nun hat Werner auch in seinem zweiten Fahrzeug einen ungehinderten Blick nach außen und ist wieder mobil. Weitere Kamerasysteme am Auto sorgen für einen umfassenden Rundblick.

Mit der Muskeldystrophie kamen Einschränkungen

Im Alter von 18 Jahren hat der heute 55-Jährige seinen Führerschein erworben, doch durch eine fortschreitende Muskeldystrophie kann er seit 25 Jahren nicht mehr Auto fahren. „Ich hatte damals auch nicht damit gerechnet, es noch einmal zu können“, sagt Werner König. „Eigentlich wollte ich nur ein Fahrzeug mit Mitfahroption“, erinnert er sich an seine Anfrage, doch PARAVAN-Mobilitätsberater Maurice Möritz fragte: „Warum fahren Sie nicht selbst?“ Fehlende Kraft sei kein Grund, nicht Auto zu fahren.

Die Lösung: Space Drive

Blick in die Fahrerkabine, wo man die behindertengerechten Umbauten erkennen kann. Es wurde unter anderem das Space Drive verbaut.

Seit 2006 ist der Softwareentwickler aus dem Ruhrgebiet nun mithilfe eines elektronischen Fahr- und Lenksystems Space Drive unterwegs. In seinem letzten Fahrzeug war Space Drive 1 verbaut. Damals lenkte er sein Fahrzeug mittels Minilenkrad mit der rechten Hand. Gas und Bremse bediente er mit einem Gas-Brems-Schieber. Das fiel ihm jedoch zunehmend schwerer. Eine neue Lösung musste her.

„Wichtig war, für Werner König eine Lösung zu finden, die zukunftsfähig ist, damit er noch lange mobil bleiben kann“, sagt Mobilitätsberater Möritz mit Verweis auf sein fortschreitendes Krankheitsbild. Von daher bot es sich an, auf einen Joystick umzusteigen, der auch später noch individuell angepasst werden kann.

Nachrüstung aufgrund fortschreitender Erkrankung

Mann im E-Rollstuhl fährt über einen Lift in das Heck von einem Sprinter.

Mann im E-Rollstuhl steht vor dem Lenkrad, angeschnallt und positioniert durch einen besonderen Umbau. Er hält den Joystick zur Steuerung des Wagens.

Jetzt ist er mit der nächsten Space-Drive-Generation – Space Drive 2 – unterwegs. Mit der linken Hand betätigt er den Joystick für Gas und Bremse, mit der rechten Hand lenkt er, ebenfalls über einen Joystick. Zudem ist das Fahrzeug mit verschiedenen Kamerasystemen ausgestattet. Besonders bei unübersichtlichen Einfahrten kann er so ohne Probleme um die Ecke fahren. Ins Auto kommt er mit seinem Elektrorollstuhl über einen Linearlift am Heck des Fahrzeuges, mit dem er dann direkt ins Cockpit fährt. Eine Rückenstütze sorgt für den nötigen Halt und Sicherheit.

Schnelle Anpassung an neue Bedienung

Ein paar Fahrstunden bei der Fahrschule der PARAVAN GmbH – und Werner König hat die neue Art der Bedienung wieder gut im Griff. „Mit der neuen Joystick-Lenkung kann man den großen Wagen wirklich erstaunlich präzise, sicher und entspannt fahren. Das war zu Beginn das größte Fragezeichen.“ Die Sekundärfunktionen, wie beispielsweise den Blinker, betätigt er mit der PARAVAN-Sprachsteuerung. Das Auto benötigt der Softwareentwickler vor allem, um auf die Arbeit bzw. zu den verschiedenen Standorten seiner Firma zu gelangen. „Ohne Fahrzeug könnte ich meinen Beruf gar nicht ausüben“, sagt er.

Doch auch seinem Hobby kann er nun in seiner Freizeit wieder ungehindert nachgehen. „Um fotografieren zu können, muss man auch fahren können“, sagt der leidenschaftliche Fotograf, der gern die Zechen im Ruhrgebiet zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten und Lichtstimmungen in Szene setzt (esnecca auf Instagram).

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