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Anna Schaffelhuber – ein Portrait

Vom Profisport ins Klassenzimmer

Inklusion wird bisher meist nur mit Theorie, Gesetzen oder Programmpunkten in Verbindung gebracht. Aber es gibt auch Menschen, die einfach machen. So zum Beispiel Anna Schaffelhuber. Sie zeigt, wie Teilhabe konkret aussehen kann: im Spitzensport, im Klassenzimmer und in eigenen Bildungsprojekten.

Vom Rollstuhl auf das Siegerpodest

Anna Schaffelhuber wurde 1993 in Regensburg geboren. Sie kam mit einer inkompletten Querschnittlähmung zur Welt und nutzt seit ihrer Kindheit einen Rollstuhl. Bereits mit fünf Jahren begann sie mit dem Skisport im Monoskibob. Ihr paralympisches Debüt gab sie 2010 bei den Winterspielen in Paralympics Vancouver 2010 und gewann Bronze im Super-G. Bei den Paralympics Sotschi 2014 erreichte sie einen außergewöhnlichen Erfolg: fünf Starts, fünf Goldmedaillen in der sitzenden Klasse. Auch bei den Paralympics Pyeongchang 2018 blieb sie auf höchstem Niveau und gewann zweimal Gold sowie einmal Silber.

Über mehrere Jahre gehörte sie damit zu den prägenden Athletinnen im Para-Ski alpin. Nationale Ehrungen wie die Wahl zur Parasportlerin des Jahrzehnts in Deutschland ordnen ihre sportliche Bedeutung zusätzlich ein.

Lesetipp: Sie möchten mehr über die Paralympics erfahren? Dann lesen Sie auch unseren Beitrag Die Geschichte der Paralympics.

Vom Siegerpodest ins Klassenzimmer

2019 beendete Anna Schaffelhuber ihre Karriere im Hochleistungssport. Der Schritt erfolgte geplant. Parallel zu ihrer sportlichen Laufbahn hatte sie Lehramt für Mathematik und Wirtschaft studiert.

Frau sitzt mit Trainingsjacke bekleidet lächelnd am Tisch.

Heute arbeitet sie als Lehrerin. In diesem Beruf erreicht sie junge Menschen im Alltag. Sie vermittelt Fachwissen und setzt sich zugleich für Respekt, Leistungsbereitschaft und gegenseitige Unterstützung ein. Darüber hinaus engagiert sie sich als Botschafterin für Organisationen, die Bildung, Bewegung und Chancengleichheit fördern.

Der Übergang vom Spitzensport in den Schuldienst verdeutlicht: Inklusion muss alle Lebensbereiche betreffen. Sie sollte nicht nur Wettkämpfe, sondern ebenso Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Verantwortung umfassen.

„Grenzenlos Camps“: Inklusion durch gemeinsame Erfahrung

Ebenfalls im Jahr 2019 gründete Anna Schaffelhuber die „Grenzenlos Camps“. Die mehrtägigen Veranstaltungen sind barrierefrei gestaltet. Junge Menschen mit und ohne Behinderung nehmen gemeinsam teil.

Im Mittelpunkt stehen Sport, Medienarbeit und Persönlichkeitsentwicklung. Ziel ist es, Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen. Inklusion wird dabei nicht theoretisch erklärt, sondern praktisch erlebbar gemacht. Wer gemeinsam trainiert oder Projekte umsetzt, erlebt Unterschiede als Teil gemeinsamer Realität. Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem Beitrag „Komme ins Anna-Schaffelhuber-Grenzenlos-Camp“.

Mutter im Rollstuhl

Im Januar 2024 bringt Anna Schaffelhuber ihre erste Tochter, im August 2025 die zweite Tochter zur Welt. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in der Nähe von München.

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