StartGesundheitAMPO International e. V.: Hoffnung für die Schwächsten in Burkina Faso

AMPO International e. V.: Hoffnung für die Schwächsten in Burkina Faso

Für viele Menschen in der Sahelzone Afrikas entscheidet die Herkunft über das gesamte Leben. Wer keine Familie hat, wer verstoßen wurde oder mit einer Behinderung lebt, gehört schnell zu den Unsichtbaren der Gesellschaft. Für Waisenjungen auf der Straße, ausgestoßene Mädchen oder Menschen mit Handicap geht es dabei oft nicht nur um fehlende Chancen, sondern um das nackte Überleben.

Hier fing alles an, vor rund 30 Jahren. Mit einer Begegnung, die das Leben der Hamburgerin Katrin Rohde veränderte. Mitte der 1990er-Jahre sah sie in der Hauptstadt Ouagadougou Waisenjungen, die auf der Straße lebten, bettelten und ums Überleben kämpften. Das Schicksal der Kinder ließ sie nicht mehr los. Während viele wegsahen, sagte sie sich: Hier muss sich etwas ändern.

Aus kleinen Schritten entstand ein großes Netzwerk

Mit wenigen Mitteln, aber umso mehr Entschlossenheit begann sie zu handeln. Sie packte selbst an, organisierte Hilfe und gründete 1995 ein erstes Waisenhaus. Zwei Jahre später entstand in Deutschland der Verein, der heute als AMPO International e. V. arbeitet. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich Schritt für Schritt ein großes Netzwerk sozialer Einrichtungen.

Frau mit Kindern in großer Menschenmenge, viele lachen und feiern gemeinsam.

Noch immer steht dabei der Gedanke im Mittelpunkt, Menschen nicht nur kurzfristig zu unterstützen, sondern ihnen Würde und Selbstständigkeit zurückzugeben. Die Projekte richten sich vor allem an Kinder, Jugendliche und Frauen in extrem schwierigen Lebenssituationen. Viele der Mädchen, die Schutz finden, wurden verstoßen oder hatten keinerlei Perspektive mehr. In den Einrichtungen erhalten sie Unterkunft, Bildung und berufliche Qualifizierung. Und damit erstmals die Chance auf ein eigenständiges Leben.

Neben der sozialen Arbeit spielt die medizinische Versorgung eine zentrale Rolle. In der AMPO-Krankenstation werden jedes Jahr bis zu 100 000 Menschen behandelt – oft für einen symbolischen Beitrag von nur wenigen Cent: für viele Familien überlebenswichtig.

Engagement für Menschen mit Behinderung

Besonders wichtig ist AMPO auch das Engagement für Menschen mit Behinderungen. Mit einem Handicap sind in Burkina Faso oft Ausgrenzung, Armut und soziale Isolation verbunden. Viele Betroffene haben keinen Zugang zu Hilfsmitteln oder medizinischer Versorgung. Genau deshalb ist die Rollstuhlwerkstatt des Vereins ein so bedeutendes Projekt. Dort werden Rollstühle repariert, angepasst und sogar vor Ort hergestellt. Für viele Menschen bedeutet ein passender Rollstuhl die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben: wieder zur Schule gehen können, arbeiten, Freunde treffen oder überhaupt das eigene Zuhause verlassen. Denn: Ein ausgebautes Netz öffentlicher Verkehrsmittel gibt es nicht. Gleichzeitig ist die Werkstatt auch Ausbildungsort für junge Menschen mit Handicap, die dort handwerkliche Fähigkeiten erlernen und neue berufliche Perspektiven entwickeln.

Lachende Frau mit Kindern in Menschenmenge, mehrere Kinder schauen neugierig in die Kamera.

Trotz aller Herausforderungen bleibt der Ansatz von AMPO bis heute derselbe: Hilfe zur Selbsthilfe. Die Projekte werden überwiegend von lokalen Fachkräften getragen und sollen langfristig eigenständig funktionieren. Statt Abhängigkeiten zu schaffen, geht es darum, Menschen zu stärken.

Der Leitsatz des Vereins bringt diese Haltung auf besondere Weise zum Ausdruck: „Managré Nooma – das Gute geht nie verloren“. Bei AMPO zeigt sich seit über drei Jahrzehnten, wie viel entstehen kann, wenn Menschen nicht wegsehen, sondern einfach anfangen zu handeln …

Mehr über den Verein AMPO International erfahren Sie auch unter www.ampo-intl.org/de

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